Kammermusikabend des Leistungskurses Musik

Abwechslungsreiches Programm beim Kammermusikabend am LGÖ

„Ein zauberhafter, lebendiger Abend, eine Mischung aus vielen Stilen und Epochen.“ (Manuela Barth-Larios)

Diesen oder einen ähnlichen Eindruck wird der diesjährige Kammermusikabend, der am 23.01.24 in der Aula des LGÖ stattfand, wohl bei allen Zuschauern hinterlassen haben. Er beruht auf einer langen Tradition und gibt den Freunden und Verwandten der Abiturientinnen und Abiturienten des Musik-Leistungskurses sowie allen anderen Zuhörern die Chance, sich von deren Abiturstücken verzaubern zu lassen. Organisiert wurde er dieses Jahr von Valerio Grünberg, der auch als Moderator durch den ganzen Abend führte, und Maximilian Watzke (JS1, Musik-Leistungskurs).

Schon vor der offiziellen Eröffnung des Abends durch Schulleiterin Ulrike Sauer-Ege hatten musikinteressierte Besucher die Möglichkeit, sich zwei Stücke des Abends durch eine Werkeinführung von Maria A. Reinhardt näherbringen zu lassen. Hierbei wurden Ausschnitte analysiert und interpretiert, was einerseits Vorfreude auf die „Polichinelle“ von Karol Rathaus und die „Sonate Nr. 4 in C-Dur für Violine und Klavier“ von Paul Hindemith auslöste und andererseits das Verständnis der Musik während des klangvollen Vortrags von Felix Fischer (Fagott), Manuela Barth-Larios (Violine) und Hannes Engler (Klavier) unterstützte.

Die ersten beiden Stücke des Abends wurden von Enya Zirkel (Klavier) präsentiert. Die sanften Klänge von Ludovico Einaudis „Passagio“ und Fazil Says „Kumru“ entführten das Publikum in eine zauberhafte, ferne Welt, in der alles möglich scheint. Und auch danach musste man sich noch nicht von der Traumwelt verabschieden – die „Suite Antique: I Prelude“ von John Rutter, vorgetragen von Tabea Schindler (Querflöte) und Enya Zirkel (Klavier), wahrte die nostalgische, sehn­suchts­volle Stimmung. Sie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie Elemente der sogenannten „Alten Musik“ (frühes Mittelalter bis Spätbarock), überwiegend in der Querflöte, mit modernen harmo­nischen und rhythmischen Ansätzen, hauptsächlich im Klavier, verbindet. Auch die Stimmung des nächsten Stücks von Dorian Pitz (Klavier) kann nur als düster beschrieben werden: Die „Klaviersonate Nr. 14“ von Ludwig van Beethoven ist besser bekannt als „Mondscheinsonate“, der nächtliche Aspekt steckt also schon im Namen.


Den Abschluss der ersten Hälfte bildeten Tabea Schindler (Querflöte) und Frank Reinbold (Klavier) mit dem Thema sowie der ersten und vierten Variation aus den „Variationen über ‚Nel cor più non mi sento‘“ von Friedrich Silcher. Ursprünglich ist “Nel cor più non mi sento” eine Arie aus der Oper “La Molinara” von Giovanni Paisiello, was im Deutschen so viel wie „In meinem Herzen fühle ich nicht mehr“ bedeutet. Die Version Silchers verändert das Original und überträgt die wirren Gedanken der Hauptfigur Despina auf ein ständiges Gespräch zwischen Querflöte und Klavier, welches den Zuhörern des Abends kurze Einblicke in die Tragik der Geschichte ermöglichte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte trugen Manuela Barth-Larios (Geige) und Hannes Engler (Klavier) mit dem 1. Satz „Lebhaft“ aus der „Sonate Nr. 4 in C-Dur für Violine und Klavier“ von Paul Hindemith nun das erste Stück aus der vorangegangenen Werkeinführung vor. Hindemith experi­mentierte seiner Zeit viel mit Rhythmik und Harmonik, woraus sich ein eigenes System „Freie Tonalität“, das etwas an die Zwölftontechnik erinnert, entwickelte. Es ist eine Mischung aus Tonalität und Atonalität, beinhaltet also viele chromatische Tonleitern und ist nicht auf ein tonales Zentrum oder einen Grundton fixiert. In den Noten ist der dargestellte Dialog zwischen Geige und Klavier gut erkennbar, zu hören ist er jedoch schwer. Im Anschluss an dieses Duett beeindruckte Manuela Barth-Larios (Violine) mit dem 1. und 2. Satz der „7. Fantasie“ aus „12 Fantasien für Solovioline“ von Georg Philipp Telemann. Hierbei ist der 1. Satz eher sanft und verträumt, während der zweite durch sein Wechselspiel von Dur und Moll sowie Akzente auf unbetonte Zählzeiten viele Überraschungen bereithält.

 
Genauso fröhlich und beschwingt begann auch das nächste Stück, die „Polichinelle“ von Karol Rathaus, vorgetragen von Felix Fischer (Fagott) und Moritz Wahl (Klavier). Hier imitieren sich die Instrumente teilweise gegenseitig, wodurch trotz des kontrastierenden gesanglichen Mittelteils eine verspielte und lockere Atmosphäre erzeugt wird. Als vorletzten offiziellen Programmpunkt präsentierte Enya Zirkel (Klavier) einen weiteren, aber diesmal wieder ruhigeren, Klassiker. Die „Ballade pour Adeline“ von Richard Clayderman wurde 1978 in der ZDF-Krimiserie „Der Alte“ bekannt und ebenfalls als Filmmusik in „Tschick“ 2016 verwendet.

Die ruhigen und getragenen Melodien stimmten perfekt in das „Happy End“ des Abends ein: Mit „I See the Light“ von Alan Menken und Glenn Slater aus dem Film „Rapunzel – neu verföhnt“ verzauberten Manuela Barth-Larios (Gesang) und Maximilian Watzke (Gesang) begleitet von Valerio Grünberg (Klavier) das Publikum. Im Film untermalt das Lied die Erkenntnis der gegenseitigen Liebe von Rapunzel und Flynn – die reine, wahre, märchenhafte Liebe, die sich allen Herausforderungen stellt und die Zeit überdauert, ausgedrückt und geteilt durch Musik. Zusammen zu musizieren macht glücklich, was man auch während der Zugabe in allen Gesichtern der Musik-Leistungskursler und ihres Lehrers, Herrn Wahl, erkennen konnte.

Zum Abschluss standen alle gemein­sam auf der Bühne und verabschie­de­ten sich schwungvoll mit dem Flash­mob „Samba“, der auch die Zuschauer zum Mitklatschen animierte.

Die Unterstützung der vielen freiwil­li­gen Helfer aus der JS1, die sich um die Bewir­tung kümmerten, der Technik-AG und natürlich unseres Haus­meis­ters Ralf, auf den wir an unserer Schule wirklich nicht verzichten wollen, sicherte dem Abend den vollen Erfolg und machte ihn zu einem einmaligen Erlebnis.

Weitere Reflexionen des Abends von Mitwirkenden:

Maximilian Watzke und Valerio Grünberg: „Der letzte Applaus und die Zeit danach, als wir wussten, dass es trotz des ganzen Stresses ein dank aller Beteiligten wirklich gut gelungenes Konzert war und sich die Arbeit der letzten Wochen endlich ausgezahlt hat, war der schönste Teil des Abends.“

Manuela Barth-Larios: „Ich glaube, das Schönste für mich war vielleicht, selbst auf der Bühne zu stehen, sei es allein mit der Geige oder mit meinem Klavierpartner Hannes Engler und auch im Duett mit Maxi und Valerio am Klavier, diese Zusammenarbeit hat mir besonders Spaß gemacht, genauso wie zu sehen, dass sich die Vorbereitungszeit gelohnt hat. Am spannendsten war für mich zu hören, was der Rest gespielt hat und ich finde, jeder hat echt eine tolle Auswahl an Stücken gehabt.“

Enya Zirkel: „Der Abend war ein abwechslungsreicher Mix aus Klassik und Moderne und hat so eine Reise durch die musikalischen Epochen dargestellt. Der schönste Teil war für mich das Zusammenspiel aller Musik-LKler am Ende, da man so zeigen kann, dass man nicht nur Solomusiker ist, sondern sich auch in Gruppen zusammen mit anderen musikalisch ausleben kann.“

Artikel Schülerzeitung 29.01.24 von Sarah Kamuf (JS 2)

Fotos: Elsa Angerer

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