Frühlingskonzert – Ein persönlicher Einblick in die Welt der Musik

Liebe Leserinnen und Leser der Schülerzeitung,

auch wenn die Veranstaltung schon wieder ein paar Wochen her ist, bin ich mir sicher, dass dem einen oder anderen gelegentlich noch ein Ohrwurm von unserem Frühlings­konzert (15.05. und 16.05.24) im Ohr schwirrt. Mir jedenfalls auf alle Fälle! Vielen jungen Musikerinnen und Musikern aus unseren Musik-AGs sowie weiteren Mitwir­ken­den am Schulkonzert mag es ebenfalls so gehen, denn sie haben eine Menge Aufwand in Vorbereitungen und die Umsetzung dieses Ereignisses gesteckt.

Die Ergebnisse: eine volle Bühne, bunt programmierte Lichter, einführende Modera­tionen, sehr gute Versorgung mit Essen und Trinken, ein großes Publikum, jede Menge freudige Aufregung, aber vor allem wunderschöne Musik.

Um jedoch nicht nur das Endergebnis und die Sicht von außen auf unser Frühlings­konzert aufzuzeigen, soll dieser Artikel sich im Folgenden mit einem kleinen persön­lichen Blick hinter die Kulissen beschäftigen. Ich – Maria Reinhardt aus der JS1 – habe im Kammermusikensemble und im Oboenquartett gespielt und möchte euch nun einige Hintergrundinformationen aus meiner Perspektive geben.

Für alle, die jetzt ein wenig stutzen, wenn sie das Wort Kammermusikensemble hören – wir waren noch letztes Jahr unter dem simplen Namen Schulorchester bekannt.😉 Und ja, wir brauchen ehrlich gesagt selber noch ein wenig Zeit, um uns an die neue Rich­tung zu gewöhnen. Wenn ihr jedoch am LGÖ noch nie eine Besetzung wie beim Oboen­quartett gesehen habt, ist das nicht verwunderlich – diese Kombination aus 2 Schüle­rinnen (Henrike Fischer und ich) und 2 Lehrern (Frau Härle und Herr Fahner) gab es so zum allerersten Mal!

Auch deswegen finde ich es wichtig, noch einmal auf die vielfältigen Möglichkeiten der Musik­begeisterten am LGÖ einzugehen. Ich hoffe auch, bei dem/der einen oder ande­ren kleine aber schöne Erinnerungen an alles, was mit dem Konzert und der Musik zu tun hat, wecken zu können.

Außerdem können einige Zusatzinformationen den Blick auf das musikalische Ereignis erweitern. Da ich jedoch längst nicht überall beteiligt war, kann ich nicht alle Bereiche – vor allem die zahlreichen Musik-AGs – abdecken und repräsentieren. Es handelt sich hier schließlich um einen persönlichen Einblick. Dafür habe ich mich nicht mit kleinen Insiderinformationen zurückgehalten.

Viel Vergnügen beim Lesen! Möge die Musik stets mit euch sein.

Das Kammermusikensemble

Angefangen beim Kammermusikensemble könnt ihr euch vielleicht noch daran erin­nern, dass wir das Konzert mit 3 verschiedenen Stücken eröffnen durften (oder ihr habt das Programmheft im besten Fall nicht weggeworfen).

Das erste Stück – Beauty and the Beast – kommt einem sehr melodisch und entspannt vor (und das ist es im Vergleich zu anderen Stücken auch). Trotzdem hat es seine kleinen Tücken gehabt. Könnt ihr euch vorstellen, wie man dehnend oder ziehend spielt, aber gleichzeitig nicht langsamer? (Auf keinen Fall darf das Tempo in jedem dritten Takt anders sein, die begleitenden Stimmen spielen normal und konstant.) Nein? Ich wundere mich auch schon viele Jahre darüber. Aber es muss klappen und es klappt auch, wenn man den seltsamen Widerspruch einfach akzeptiert und es versucht – es ist eben Musik. Und wie es klappt! Ich höre immer noch diesen seufzenden Effekt…

Das zweite Stück – Por una cabeza – ist bestimmt vielen bekannt gewesen. Der Tango ist in vielen bekannten Filmen und Serien verwendet worden. Beispielsweise…

Der Duft der Frauen (1992),

Schindlers Liste (1993),

True Lies (1994),

Titanic (1997)

Haus des Geldes – Folge 1, Teil 2 (2017).

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Por_una_cabeza)

Kennt ihr alle? Habt ihr schon einmal auf die Musik geachtet?

Wir im Kammermusikensemble mussten beim Musizieren auf jeden Fall auf einige Dinge achten. Als Cellist hatte man es mit den Rhythmen nicht besonders leicht und auch in der Hauptmelodie musste man wieder ein ziehendes und doch kompaktes Spiel kombinieren. Noch dazu mussten die Mittelstimmen (vor allem die Bratschen) die Rolle der Widersacher übernehmen. Es dürfte nicht leicht gewesen sein, rhythmisch und melodisch allen anderen Stimmen zu trotzen.

Dass wir beim Konzert dann zu allem Überfluss noch ein langsameres Tempo als abgesprochen durchgezogen haben, sollte aber im Endeffekt nur ein geringeres Problem darstellen. (Es ist sowieso nicht unwahrscheinlich, dass es niemandem außer uns selbst und Frau Härle aufgefallen ist.) Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt schon so viele Erfahrungen mit unseren Stücken gemacht. Vor allem dank der (wirklich schönen!) Musikprobetage in Annweiler, bei denen wir am letzten Tag aus Unsicher­heit bei allen Stücken kurz zögerten, sie den anderen Musik-AGs, wie es die Tradition ist, bereits vollständig vorzuspielen. Nur bei Por una cabeza nicht. Die Stücke waren damals alle noch sehr neu (es war erst Ende Januar), aber bei unserem Abschluss-Vorspiel hat man sofort gemerkt, welches Potential durch unsere Motivation in den Stücken steckt. Dass alle motiviert waren, gilt übrigens längst nicht nur für das Kammermusikensemble, sondern auch für den Chor, das Vororchester, die Big Band – alle AGs, die dabei waren. Der Austausch hat uns sehr gut getan, uns als Schüler untereinander und mit den Musiklehrern zusammengeschweißt und uns sicherlich bis zum Frühlingskonzert gestärkt und neugierig gemacht, was die anderen Musik-AGs jeweils wohl noch erarbeiten würden. Kleine Notiz: Die Performance vom Chor bei dem Lied Dance, ja die ganze A-cappella-Bewegungschoreographie, ist für mich das stärkste Beispiel. Sie war auch damals in der riesigen Turnhalle unserer Herberge schon beeindruckend genug. Wenn das hier übrigens jemand aus dem Chor oder anderen Musik-AGs lesen sollte, würde es mich wirklich interessieren, wie eure Proben ausgesehen haben. Hattet ihr auch Insider? Ich möchte euch hiermit einladen, euch mit einer kurzen Mail bei der Schülerzeitung zu melden oder uns anzusprechen, wenn ihr eure Perspektive teilen möchtet. Es muss auch nicht lang sein. Nebenbei: Ich merke selber kaum, wie ich hier gerade schon fast 2 Seiten heruntergetippt habe! Es geht schneller als man denkt. Das trifft auch auf den Ablauf des Konzertes zu, um zurück zum Thema dieses Artikels zu kommen.

Nun zum letzten Ensemblestück: Das Disney Lied Speechless (aus dem Film Aladdin) schien uns am Anfang etwas mysteriös und schwer… Ich persönlich habe ehrlicherweise mehrere Wochen gebraucht, um das Lied überhaupt zu erkennen, weil ich 1) seit einer sehr langen Zeit den Film nicht mehr gesehen hatte und 2) die Noten in furchtbar vielen Synkopen geschrieben wurden, was das Musizieren um einiges erschwert hat. Synkopen sind vereinfacht gesagt eine musikalische Notationsweise, die dafür sorgt, dass Betonungen in einer Taktart verschoben werden. Auch optisch sind Synkopen verwirrend. Man muss den Rhythmus also um so stärker fühlen. Das ist nur möglich, wenn man am Anfang viel mit einem Metronom (konstanter Tempogeber, mit dem man gut zählen kann, was viele aber auch leicht irritiert) übt und sich danach in Proben ständig darüber aufregt, um schließlich irgendwann nach Gefühl zu spielen. 😅

Später dann konnte man gut mit Aufnahmen üben. Eine riesige Unterstützung war gegen Ende der Proben dann auch das Cajon (Kistentrommel) – bestes, etwas versteckt eingebautes Metronom, wirklich!

Im letzten Schritt der Vorbereitungen für das Konzert standen dann alle schon mal probeweise auf der Bühne. In der Aula zu spielen bedeutet nach allem, was man schon durchlebt hat, letzte mentale und musikalische Anpassungen vorzunehmen.

Vor allem die Querflöten und ich persönlich hatten in der Generalprobe nochmal kurz Stress, alleine wegen einer kleinen Änderung der Formation. Durch die Akustik kann plötzlich alles anders wirken – selbst wenn man nur neben anderen Personen bzw. Instru­menten ein paar Meter weiter steht. Man muss sich vorstellen: andere Sicht, andere Stimmen, mehr oder weniger hörbar als gewohnt: Das erschwert die Orien­tierung. Die Änderung war trotzdem auf jeden Fall sinnvoll. Es war ein riesiges Erfolgs­erlebnis, unsere Stücke mit dem ganzen Ensemble gemeinsam den Zuhörerinnen und Zuhö­rern nahebringen zu können. Speechless war am Ende des Tages mein persön­liches Highlight von den Stücken unseres Kammermusikensembles. All die Mühe hat sich definitiv ausgezahlt. Ich hoffe sehr, ihr empfindet es ähnlich.

Das Oboenquartett

Hier zuerst eine kurze Erklärung: Unsere Oboe im Orchester – Henrike Fischer – hat Mozarts Oboenquartett bereits vor einer Weile bei dem Musikwettbewerb Jugend musiziert vorgespielt, und während einer Ensemble-Probe, in der natürlich auch über private musikalische Vorhaben geredet werden, sind wir auf die Idee des improvi­sierten Schul-Quartetts gekommen. Wir haben uns erstaunlich zufällig und spontan dazu entschie­den.


Apropos spontan, wir muss­ten mit nur sehr wenigen Proben aus­kom­men (z.B. erst Don­ners­tagmittag auf der Büh­ne). Im Quartett zu spie­len hat also definitiv Ei­gen­ver­antwortung ver­langt. Bis zum letz­ten Moment, we­ni­ge Mi­nu­ten vor un­se­rem Auf­tritt, ha­ben Henrike und ich uns schön über un­sere schnel­len und an­stren­genden Läufe be­schwert – aber vor al­lem, um die Nervo­si­tät loszu­werden.

Beim Spielen habe ich jedes Mal gemerkt, wie sehr klassische Kammermusik Spaß macht. Auch während des Konzerts selber. Wir alle vier konnten uns ein Lächeln nicht verkneifen, als wir die letzten zwei Töne von Mozarts Stück gespielt haben. Die elegan­ten, musikalisch feinen Töne, welche die einzigen waren, die alle vier Instrumente synchron hatten, waren schon von Anfang an unsere Lieblings-Töne. Egal, was für ein Chaos 2 Notenseiten davor noch geherrscht hat, am Ende kam immer das sinngemäße Zitat: ,,Aber die zwei letzten Töne sind jedes Mal die schönsten! So niedlich!”

Mir bleibt nur noch zu sagen: Ich finde es wirklich schön, diese Möglichkeit gehabt zu haben und freue mich schon darauf, was sich in der Zukunft noch alles herausbilden kann. Eine kleine Nachricht an Leute am LGÖ, die ebenso viel Freude an der Musik haben: Traut euch, euch auch mal kurz ins Rampenlicht unserer Schule zu stellen. Es wird euch in eurer persönlichen Entwicklung weiterhelfen. Auch als Lehrer zu versu­chen, seine privaten Kenntnisse in der Schulgemeinschaft zu zeigen, kann nichts Negatives sein. Immerhin war das Quartett zur Hälfte ein Lehrerquartett und es hat wunderbar funktioniert, Lehrer und Schüler sowie Instrumente und unterschiedliche Kenntnisse in der Musik zu vereinen.

Ich hoffe, das Ergebnis – das Frühlingskonzert 2024 – hat euch genauso erfreuen können wie uns Musikantinnen und Musikanten.

Bis zum nächsten Mal

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