Interview mit Herrn Baumann vom LGÖ

Im Rahmen der Interview-Reihe möchten wir als Schülerzeitung neue Kolleginnen und Kollegen am Leibniz-Gymnasium vorstellen und so der Schulgemeinschaft die Möglichkeit geben, sie besser kennen zu lernen. Das erste Interview in dieser Reihe haben wir mit Herrn Baumann geführt.

Unzensiert: Haben Sie sich gut hier an der Schule in Östringen eingelebt?

Baumann: Ja, ich habe mich gut eingelebt. Das Kollegium ist sehr nett, die Kommunikation funktioniert gut und über meine Klassen kann ich das selbe sagen.

Unzensiert: In welchen Stufen unterrichten Sie?

Baumann: Eigentlich fast alle. In Religion zwei fünfte Klassen, eine siebte Klasse, zwei neunte Klassen und eine zehnte Klasse und in Geschichte habe ich eine elfte Klasse und die Jahrgangsstufe 1.

Unzensiert: Was war Ihr erster Eindruck von der Schule?

Baumann: Sehr professionell. Die digitalen Strukturen hier sind sehr angenehm.

Unzensiert: Ja das stimmt, digital sind wir sehr gut aufgestellt.

Baumann: Das ist richtig, das kommt auf jeden Fall auch vom Kollegium, dass viele Leute viel Arbeit investieren. Und schließlich ist die Schule sehr groß, da muss es natürlich auch so sein, dass vieles digitaler abläuft, weil man mehr Leute ansprechen muss.

Unzensiert: Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Spielen Sie ein Instrument oder treiben Sie Sport?

Baumann: Mein Instrument habe ich mit 16 Jahren aufgegeben, ich habe mich eher darauf konzentriert, mich beim Malen kreativ auszuleben. Da switche ich auch alle Jahre die Methoden und Materialien. Jetzt gerade bin ich beim Öl-Pastell, das geht schnell. Da kann man mal eben was kritzeln. Jetzt am Wochenende treffe ich mich mit meiner Schwester und wir machen zusammen Linol-Druck. Ansonsten gehe ich ins Fitnessstudio und halte mich dort fit, das ist so mein Ausgleich.

Unzensiert: Was war früher in der Schule Ihr Lieblingsfach?

Baumann: Kunst, Technik, natürlich auch Sport, das sind die klassischen Fächer, die jeder Schüler gerne mag. Wenn ich es verstanden habe, fand ich auch Mathe recht interessant, das war dann immer ein bisschen wie Rätsel lösen. Das habe ich dann leider nach der Schule nicht weiterverfolgt. In der Oberstufe war ich dann im Chemie-Leistungskurs, das hat auch richtig Spaß gemacht.

Unzensiert: Und der Plan war schon immer, nach der Schule Lehrer zu werden?

Baumann: Das hat sich erst in der Oberstufe so entwickelt, als ich darüber nachgedacht habe, was ich werden möchte. In der Mittelstufe hatte ich eine tolle Lehrerin in Geschichte, da habe ich die Begeisterung dafür entwickelt und habe viele Dokumentationen angeschaut. Da dachte ich schon, Geschichte ist ein tolles Fach zum Studieren. In der Oberstufe hat unser Lehrer in Religion viel mit uns philosophiert und gestritten, das hat mir sehr gefallen, weil es eine erfrischende Abwechslung zum klassischen Lernen war. Da hab ich mir gedacht, so würde ich auch gerne Unterricht machen. Und Lehrer, weil es mir Spaß macht, mit Kindern zu arbeiten und das Miteinander.

Unzensiert: Sie unterrichten Geschichte und evangelische Religionslehre, gibt es ein Fach, das sie lieber unterrichten?

Baumann: Nein, es ist beides schön. In Reli mag ich es, dass man Fragen stellen kann, die über die Schule hinausgehen und sich zu überlegen: „Wie kann ich die Themen gestalten, dass sie auch wirklich Interesse wecken?“ Und in Geschichte geht es für mich um das Allgemeinwissen und darum, sich in der Gesellschaft und der Politik zu orientieren.

Unzensiert: Gibt es Themen, die sie besonders gerne unterrichten oder die sie besonders interessieren?

Baumann: Die Kirche im Nationalsozialismus, ich mache das gerade mit meinen 10ern, das verbindet natürlich Geschichte und Religion, das finde ich cool. Und Ethik zu unterrichten macht mir super viel Spaß, mal einen Ausflug zu Kant, Rousseau und Hobbes zu machen und zu fragen „Ist der Mensch gut oder schlecht?“, oder über Dilemmata zu diskutieren. In Geschichte finde ich eigentlich alles spannend, aber vor allem vom 19. Jahrhundert bin ich ein großer Fan.

Unzensiert: Wenn wir jetzt Ihre Schülerinnen und Schüler fragen würden, wie würden die Sie in 3 Worten beschreiben?

Baumann (lacht): Das ist fies! Aber ich würde mir wünschen, dass meine Schüler sagen, dass der Unterricht bei mir erfrischend, interessant und fachlich in die Tiefe gehend ist, aber gleichzeitig Spaß macht. Dass ich eine gute Kombination habe aus belebendem Unterricht und fachlicher Tiefe.

Unzensiert: Was ist Ihr ultimativer Trick für Schüler, um die Schulzeit entspannt zu überstehen?

Baumann: Ich glaube der ultimative Trick ist, sich nicht von seinen Noten sein Selbstwertgefühl zerstören zu lassen. Dass man lernt, dass egal, welche Noten man schreibt und welche Rolle man in der Schule einnimmt, man trotzdem wertvoll ist. Da kommt jetzt wieder der Relilehrer raus, der das philosophisch beantwortet, die Spaßantwort ist glaube ich: Viel Schokolade essen!

Unzensiert: Was ist Ihnen denn im Unterricht auf Schülerseite wichtig?

Baumann: Ehrlichkeit! Ich bin kein nachtragender Mensch, bei mir darf man wirklich sagen, was auf dem Herzen liegt. Da habe ich lieber ein ehrliches Miteinander als den Versuch, den Lehrer auszuspielen. Da kann man auch mal sagen: „Herr Baumann, wir hatten heute 6 Stunden Schule, das ist megaanstrengend, wir können nicht mehr.“ Vielleicht geht es mir ja auch so, und dann schafft man das gemeinsam, dass man miteinander arbeitet und auf einer Seite steht.

Unzensiert: Was ist der Schlüssel zum perfekten Unterricht?

Baumann: Spaß haben! Den Unterricht so zu gestalten, dass es sowohl dem Lehrer als auch den Schülern Spaß macht. Da gehört bei mir dazu, dass einerseits die inhaltliche Tiefe stimmt, aber andererseits die Form des Unterrichts auch den Schüler aktiviert. Das klappt aber natürlich nicht immer.

Unzensiert: Und wenn es dann doch mal ein Thema gibt, das einen so gar nicht interessiert?

Baumann: Inhalte lernen. Bei mir war das immer so, dass der Spaß und das Interesse mit dem Wissen kamen, das ich hatte. Es macht keinen Spaß, wenn man keine Ahnung hat. Aber wenn man das Wissen verknüpft und merkt „Ah, da war doch was!“ kommt der Spaß und auch die Noten werden besser. Da muss man am Anfang natürlich eine Hürde überwinden, aber von nichts kommt nichts. Wenn man die ganze Zeit nur hinten sitzt und nichts macht, kann der Unterricht gar keinen Spaß machen.

Unzensiert: Haben sie sonst noch eine Botschaft, die sie der Schulgemeinschaft mitgeben wollen?

Baumann: Ich finde es toll, dass an dieser Schule den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt werden und den Schülern viel Freiraum gelassen wird.

Unzensiert: Wir bedanken uns für das Gespräch.

Foto: Jannik Frank

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