Hinter den Kulissen der Theater AG

Wenn das Publikum am Ende begeistert applaudiert, sieht es nur das fertige Ergebnis. Was auf der Bühne so selbstverständlich wirkt, ist jedoch das Resultat monatelanger Vorbereitung, vieler Proben und einer starken Gemeinschaft. Eure Schülerzeitung „Post it“ hat einige Mitglieder der Theater-AG, die dieses Jahr das Stück „Mörderstund ist ungesund aufgeführt hat, nach ihren Erfahrungen befragt.

Welche Szene war am schwierigsten einzustudieren? Welche Szene musste am häufigsten wiederholt werden?

Alicia: Die Leichenszene mit dem Transport. Am Anfang war es etwas schwierig, alles zu koordinieren und man musste genau schauen, wer wo stehen muss und wie man sich bewegen muss. Aber mit der Zeit haben wir das gut hinbekommen.

Eva: Jede Rolle war anders und nicht jede Rolle/Figur war bei jeder Szene auf der Bühne. Jedoch würde ich sagen, dass die letzte Szene generell recht anspruchsvoll war, auch für Frau Bauer. Die vielen Leute auf der Bühne mussten so koordiniert werden, dass niemand irgendjemand anderen verdeckt und alle gut auf der Bühne verteilt waren und den Platz ausnutzten. Diese Szene haben wir auch sehr oft geprobt.

Johannes: Das war auf jeden Fall die letzte Szene, bei der wir alle auf der Bühne standen.

Gab es Momente in den Proben, bei denen alle lachen mussten und nicht weitergespielt werden konnte?

Alicia: Ja!! Als Anastasia (Franziska Kümmersbrück) und ich (Krankenschwester Agathe) Belinda (Dörte Hippenstett), die die Leiche spielte, das erste Mal transportierten. Wir mussten dabei ziemlich oft lachen!!

Ellen: Der Anfang von Szene 3! Bei der Befragung von Gschneidinger (Luisa Herbert) mussten wir so lachen, dass wir kaum weiterspielen konnten.

Wer konnte seinen Text am schnellsten auswendig?

Alicia: Ich glaube, das war Eva (Napoleon). Sie konnte ihren Text teilweise schon vor der Theaterfreizeit im Februar!

Eva: Ich denke, dass wahrscheinlich Johannes (Attila) seinen und teilweise auch den Text der anderen sehr schnell konnte.

Was ging kurz vor der Aufführung hinter der Bühne vor?

Alicia: Die letzten paar Minuten, bevor es losging, waren für jeden von uns besonders. Frau Bauer hat vor jeder Aufführung eine kleine Motivationsansprache gehalten und uns nochmal gepusht. Aber auch wir Schülerinnen und Schüler haben uns gegenseitig motiviert und gut zugeredet. Schließlich war jeder aufgeregt und da hat es gutgetan, dass man auch von den anderen noch nette Worte bekommen hat. Auch die ein oder andere Umarmung war Gold wert.

Eva: Direkt vor Einlass hören wir traditionell gemeinsam auf der Bühne „The Greatest Showman“ und singen und tanzen dazu. Danach haben die einen gemeinsam Lockerungsübungen hinter der Bühne gemacht, während die anderen vorne an der Kasse waren. Frau Bauer hat jeden Tag vor Beginn eine kurze Motivationsrede gehalten. Wir haben uns auch noch gegenseitig motiviert, da wir alle irgendwann mal nervös waren. Wenn wir dann nicht direkt mit unserem Auftritt dran waren, saßen wir meistens auf den Sofas im Aufenthaltsraum hinter der Bühne, haben uns ein wenig unterhalten und den anderen über einen Stream beim Spielen zugeguckt.

Ellen: Alle haben geredet, sich vorbereitet und Spaß gehabt. Es war wirklich toll! Es kamen auch ehemalige Mitglieder der AG und haben uns unterstützt und motiviert!

Gab es während der Aufführung eine Panne, die das Publikum gar nicht bemerkt hat?

Johannes: Ja, bei der ersten Aufführung wurde die Pause etwas verlängert, da es technische Schwierigkeiten mit dem Laptop des Technikteams gab.

Eva: Bei der ersten Aufführung war plötzlich das Hemd/ die Zwangsjacke plötzlich nicht da, wo sie sein sollte. Auf alle Fälle musste dann ganz schnell irgendetwas anderes aufgetrieben werden, was ja zum Glück geklappt hat und nicht aufgefallen ist. Sonst gab es meistens nur kleine Versprecher, wobei ich nicht weiß, ob das Publikum diese bemerkt hat.

Musste jemand spontan improvisieren?

Eva: Hier und da musste auch mal kurz improvisiert werden, zum Beispiel wenn es mal einen Hänger gab und man ein paar Sätze improvisiert hat. Es gab auch einen Moment, bei dem zwar nicht direkt improvisiert wurde, aber wir haben von Mittwoch auf Donnerstag kurzfristig den Pausensketch geändert, sodass Johannes (Attila) und ich (Napoleon) nur kurz abgesprochen haben, was wir grob machen und dann haben wir den Rest improvisiert.

Wie viele Stunden steckten in Bühnenbild, Licht und Ton?

Johannes: Das ist schwer zu sagen, weil es einfach so viele sind! Die Aufbauarbeiten der Bühne fingen eine Woche vor der Aufführung an. Die Theater- AG und die Technik-AG haben auch außerhalb der Schulzeit viel Mühe und Arbeit in den Aufbau gesteckt!

Alicia: Kurz gesagt: Viel zu viele…Alleine das Aufbauen der Bühne mit den Wänden und das Tapezieren hat einen Tag gedauert. Für das restliche Bühnenbild haben wir teilweise auch Bilder, Fensterhintergründe und Poster selbst gestaltet, was auch nochmal lange gedauert hat. Aber auch der komplette Technikaufbau hat ewig gedauert (Technikbühne, Stream in den Aufenthaltsraum, Mikros, Scheinwerfer,…). Das war schon alles sehr viel Arbeit.

Anna: Zur Bühne kann ich sagen, dass da wahrscheinlich 5-6 Stunden Planung und rund 20 Stunden Arbeit für den Bau investiert wurden, also insgesamt. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass immer mindestens vier Personen gleichzeitig gearbeitet haben, teilweise waren es aber zehn und mehr!

Was war euer schönster Moment?

Eva: Das ist wirklich eine schwierige Frage. Man hat so viele tolle Momente erlebt. Aber ich glaube, die Theaterfreizeit, als wir den ganzen Tag geprobt haben und abends gemeinsam Spiele gespielt haben und auch der Abend nach der letzten Aufführung, als wir alle zusammensaßen, Benjamin- Blümchen-Torte gegessen und für jeden ein Plakat beschriftet haben, waren zwei der tollsten Momente.

Johannes: Das ist schwer zu sagen, weil die ganze Zeit mit den anderen mega schön war! Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich die Theaterfreizeit sagen, auf der wir alle nochmal richtig zusammengewachsen sind.

Ellen: Dass wir uns alle näher kennengelernt haben und wir durch die gemeinsamen Proben eine tolle Gemeinschaft geworden sind…und dass wir alle Spaß hatten!

Alicia: Das ist echt schwierig, es gab so viele tolle Momente. Aber ich glaube, wenn ich mich für einen entscheiden müsste, dann der Abend nach der letzten Aufführung. Wir saßen als ganze AG noch zusammen, haben viel zu viele Burger bei McDonald´s geholt und einfach den Abend genossen. In diesem Moment ist einfach der ganze Stress der letzten Tage von mir abgefallen und ich konnte den Abend voll und ganz genießen.

Was war der überraschendste Moment des Abends?

Johannes: Die größte Überraschung war, dass am letzten Abend über 300 Zuschauer zu unserer Aufführung kamen. Das war einfach genial!

Eva: Für Freitagabend hatte ich schon erwartet, dass es ziemlich voll wird. Aber als ich dann mitbekommen habe, dass wir sogar im ersten Obergeschoss nachstuhlen müssen und auch auf der Treppe Leute sitzen, war ich wirklich überrascht.

Worauf seid ihr besonders stolz?

Alicia: Ich bin auf uns alle extrem stolz, dass wir es geschafft haben, so ein geniales Stück auf die Beine zu stellen. Wir haben so viel Arbeit und Zeit investiert und ich bin so stolz auf uns, dass sich diese Mühe ausgezahlt hat und wir so tolle Aufführungen hatten.

Fotos: Elsa Angerer

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