Don & Titu – Auf der Suche nach der wahren Schönheit

Genervt schloss Don die Wohnungstür auf. Schon wieder wurde er von den Kindern aus seiner Klasse geärgert. Wieder  hatten sie gesagt, dass seine Kleidung hässlich sei. Don schmiss sich auf sein Bett und begann, sein Lieblingsbuch zum hundertsten Mal zu lesen. Es ging um einen Jungen und einen Drachen in einer Welt ohne Probleme, die einfach ihr Leben lebten und ständig neue Abenteuer erlebten. „Wie gern ich dieser Junger wäre, niemand sagt ihm wie blöd oder hässlich er ist, sein Leben ist perfekt!“, dachte Don. Er war so in sein Buch vertieft, dass er nicht merkte, wie die Zeit verging. Auf einmal hörte er, wie seine Mutter die Tür  aufschloss. Sie arbeitete immer bis abends und ging dann meistens noch einkaufen. Don hörte, dass sie in die Küche ging. Er sprang auf, um ihr zu helfen, die Einkäufe zu verräumen.

„Das ist aber lieb von dir!“, meinte seine Mutter. Gemeinsam verräumtem sie die Einkäufe und deckten den Abendbrottisch. „Wie war die Schule?“, wollte Dons Mutter wissen „Super!“, log er. Er wollte nicht, dass seine Mutter sich Sorgen machte.

Er hatte dieses Mobbing – Problem schon an der alten Schule, dort wurde es so schlimm, dass sie umziehen und er die Schule wechseln musste.

Seitdem hatte seine Mutter eine neue Arbeit, mit einem total blöden Chef. Er schrie all seine Mittarbeiter nur an und Dons Mutter musste andauernd Überstunden machen.

„So, es ist schon spät, Zeit für‘s Bett!“, sagte Dons Mutter. Don ging ins Bad, um sich fertig zu machen. Er betrachtete sich im Spiegel „Was ist denn eigentlich so hässlich an mir?“ Dachte er. Ihm gegenüber war ein dreizehnjähriger Junge mit dunkelbraunen Locken, glänzender, dunkler Haut, Segelohren und großen Rehaugen. Don putzte seine Zähne und ging in sein Zimmer. „Nacht Mama!“, rief er und legte sich auf sein Bett. Eigentlich wollte er noch lesen, doch da merkte er wie müde er war. Er drehte sich auf die Seite, deckte sich zu und schlief ein.

Plötzlich hörte er ein hohes Schluchzen. Don öffnete seine Augen und sah sich um. Eigentlich sah alles so aus wie immer, nur etwas farbloser. Doch das lag wahrscheinlich an der Dunkelheit. Er setzte sich in seinem Bett auf, warf die Decke zur Seite und stand auf. Das Schluchzen hörte noch immer nicht auf. Er ging auf die Tür zu, öffnete sie und erschrak: Wo um Himmels Willen war er? Das war definitiv nicht seine Wohnung. Vor ihm lag eine weite Landschaft mit vielen Hügeln. Der Boden war sandig und alles um ihn herum war grau. Don trat einen Schritt aus der Tür und sah sich um. Ein paar Meter entfernt lag ein großer, runder Felsen.

Da das Schluchzen aus dieser Richtung kam, ging er auf den Felsen zu. Nun, von nahem, bemerkte er, dass das gar kein Felsen war, sondern ein komisches graues rundes Lebewesen, das scheinbar sehr traurig war. „Hey du, was ist denn los?“, fragte Don unsicher. „Ich, ich bin hässlich!“, schluchzte das Wesen. „Sag sowas nicht!“, meinte Don. Wer hat dir das eingeredet? „Das sagt meine Familie.“, antwortete das Wesen. „Wie gemein! Das stimmt doch gar nicht!“, rief Don empört.

„Doch sie haben recht.“ meinte das Wesen traurig. „Ich habe keine Freunde und meine Verwandten hassen mich, weil ich so hässlich bin.“ „Ich habe auch keine Freunde.“, meinte Don. „Oh, das tut mir leid für dich.“, meinte das Wesen. Da kam Don eine Idee, wie er das Wesen aufmuntern könnte. „Wenn du willst, können wir ja Freunde sein! Ich bin Don. Und du?“ „Echt?“, fragte das Wesen begeistert. „Das ist toll! Ich bin Titu!“ „Wo bin ich hier?“ wollte Don wissen. Titu meinte: „Das ist das Land der Grongos. Es liegt in der Welt der Farben. Warum die so heißt, weiß ich nicht, denn hier ist ja nichts farbig.“ „Meinst du ich finde vielleicht hier eine Antwort auf meine Frage?“, wollte Don wissen „Was ist denn deine Frage?“, fragte Titu.

„Was ist eigentlich schön?“, meinte Don. „Das ist eine gute Frage. Diese Welt ist riesig und es gibt viele weise Kreaturen, also findest du bestimmt eine Antwort!“, sagte Titu. Hand in Hand gingen die beiden los.

Nach einer Weile veränderte sich die Landschaft um Titu und Don herum. Es wurde plötzlich farbig! Genau genommen rot. „Bis hier her bin ich noch nie gegangen! Uns Grongos ist es verboten, uns von unserem Land zu entfernen. Aber ich bin ja eh nicht wichtig für die“, meinte Titu. Die beiden gingen weiter in das rote Land hinein. Irgendwann trafen sie auf eine dicke, rote Kreatur, die unter einem roten Baum saß. „Hallo!“, sagte Don. „Kannst du uns vielleicht weiterhelfen? Wir wollen wissen, was wahre Schönheit ist. Weißt du das vielleicht?“ Das dicke Wesen antwortete mit einer brummigen Stimme: „Für mich ist schön, wenn man was auf den Hüften hat! Wer gutes Essen isst, kann das ruhig zeigen!“ „Danke für deine Hilfe!“, meinte Titu.

Don und Titu gingen weiter. „Also ist Schönheit, wenn man was auf den Hüften hat?“, fragte Titu Don. „Zum Beispiel!“, sagte Don.

Wieder veränderte sich die Welt. Alles um Don und Titu herum war nun orange. Don und Titu staunten über die ganzen Orangenbüsche, die hier wuchsen. An einem der Büsche stand ein Mädchen. Ihre orangenen Haare reichten bis zum Boden! „Entschuldigung…“, fragte Titu. „Kannst du uns vielleicht weiterhelfen? Wir sind auf der Suche nach der wahren Schönheit!“ Das Mädchen drehte sich um. „Also für mich ist schön, wenn man ganz lange Haare hat!“, meinte sie. „Alles klar! Danke!“, sagte Don. Die beiden gingen weiter. „Also ist es schön, wenn man viel auf den Hüften hat und ganz lange Haare?“, fragte Titu. „Ich glaub schon…“, antwortete Don.

Die beiden Freunde gingen weiter und wieder veränderte sich die Welt! Diesmal wurde alles um sie herum gelb. Sie wurden von der hellen, gelben Sonne angestrahlt. Nach ein paar Metern trafen sie auf einen Jungen, der sehr dünn war. „Darf ich dich was fragen?“ Der Junge drehte sich um „Wir fragen uns, was schön ist. Weißt du das vielleicht?“, fragte Don. „Klar!“, meinte der Junge, mit einer piepsigen Stimme. „Schön ist, wenn man super dünn ist!“ „Danke!“, sagte Titu. Die beiden gingen weiter „Don?“, fragte Titu. „Was denn?“, sagte Don „Wie kann man dick und dünn gleichzeitig sein?“ „Keine Ahnung…“ Don zuckte mit den Schultern.

Wieder veränderte sich die Welt, diesmal wurde alles grün. Don und Titu waren überrascht, wie frisch es in dem grünen Land roch. Nach wenigen Schritten trafen die beiden ein winziges, grünes Wesen. Don beugte sich zu dem winzigen Ding hinunter und fragte: „‘Tschuldigung, kann ich dich was fragen?“ „Was denn?“, fragte das Wesen mit einer überraschend tiefen Stimme. „Was ist eigentlich schön?“, fragte Don „Das ist doch ganz klar!“, meinte das Wesen. „Schön ist, wenn man winzig ist!“ Die Freunde gingen weiter. „Du, Titu?“, fragte Don. „Was denn?“, meinte Titu. „Ich bin verwirrt. Alle sagen etwas anderes!“ „Ich verstehe das auch nicht.“, meinte Titu.

Wieder veränderte sich die Welt. Diesmal wurde alles blau. Titu und Don kamen an einem großen See vorbei. In dem See schwomm eine Nixe. „Entschuldigung?“, fragte Titu. „Was denn?“, wollte die Nixe wissen. „Was ist Schönheit?“ „Das ist doch ganz klar!“, rief die Nixe. „Schön ist, wenn jemand ganz schnell schwimmen kann!“ Die Freunde gingen weiter durch die Welt der Farben. „Titu, jetzt haben wir schon so viele Leute gefragt, was denn nun Schönheit ist und wissen es immer noch nicht! Wie sollen wir das bloß jemals rausfinden?“, fragte Don ein bisschen verzweifelt. „Ich weiß es auch nicht.“, meinte Titu.

Wieder veränderte sich die Welt um die beiden Freunde herum Titu war verwirrt, doch Don kam das alles sehr bekannt vor! Es sah nun genauso aus wie in seiner Welt! Bäume waren grün, Wasser war blau, Äpfel waren rot, die Sonne war gelb. „So sieht es bei mir zuhause aus, Titu!“

„Echt?“, fragte Titu ungläubig. „Ja!“, rief Don freudig. „Genau so!“ Sie gingen weiter in das bunte Land hinein und schon bald trafen sie auf eine kleine, alte Dame, die etwas rundlich war, aber extrem dünne Beine hatte. Ihre langen Haare waren zu einem Dutt zusammengebunden.

„Entschuldigen Sie, gnädige Frau, können Sie uns vielleicht weiterhelfen?“ „Was denn, Jungchen?“, fragte sie mit einer zittrigen Stimme „Wir sind auf der Suche nach der wahren Schönheit. Wir haben schon so viele Leute gefragt, doch jeder hat uns etwas anders gesagt.“

„Eigentlich gibt es kein richtiges Schönheitsideal. Jeder hat seinen eigenen Geschmack und sobald man sich in seiner eigenen Haut wohl fühlt, ist man schön! Deswegen hat euch auch jeder etwas anderes gesagt. Jeder hat seine eigene Vorstellung von Schönheit.“ Erklärte die alte Frau „Vielen Dank! Sie haben uns sehr geholfen.“, sagte Don. Die Freunde gingen weiter und dachten über die Worte der alten Dame nach. „Sie hat recht!“, meinte Titu. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters!“ „Stimmt!“, meinte Don. Nach einer Weile kamen die zwei Freunde wieder im Land der Grongos an. „Jetzt haben wir die Antwort auf unsere Frage!“, meinte Don.

„Und was jetzt?“ „Keine Ahnung.“, meinte Titu. „Am besten du gehst zu deiner Familie zurück und beweist ihnen, dass du gut bist, so wie du bist und ich beweise das morgen den blöden Kindern aus der Schule!“, schlug Don vor. „Klingt nach einem super Plan!“, meinte Titu.

Weitere Beiträge

Schlechte Noten – Was nun?

Jetzt nach den Osterferien fängt wieder diese Phase an, die wohl kein Schüler mag. Alle Arbeiten werden kurz nacheinander geschrieben. Oft sogar mehrere in einer Woche. Jede dieser Arbeiten erfordert Zeit und Aufwand zur Vorbereitung. Da kann es schon mal passieren, dass man nicht all das schafft, was man eigentlich für eine Arbeit lernen wollte. Oder man ist einfach überfordert mit einem Thema. Und das heißt am Ende, dass die Note, die unter der Arbeit steht, nicht so ist, wie man es sich wünscht.

Der Ukraine-Konflikt: Ein Stimmungsbild

Mittlerweile hat dieses Thema wohl jeden erreicht: der Ukraine-Konflikt. Er scheint fast ein wenig unwirklich; gerade jüngere Menschen, die noch keine derartigen Erfahrungen machen mussten, werden momentan gänzlich aus ihrer für gewöhnlich so ruhigen, konstanten Bahn geworfen. Doch auch für ältere Personen stellt diese Wendung in der Geschichte eine schmerzhafte Erfahrung dar: Zurück in ehemalige Zeiten geworfen zu werden, verunsichert zahllose Menschen und lässt diese in einer beinahe ohnmächtigen Hilflosigkeit zurück.

Ostern – das wichtigste Fest des Christentums

Am 17. April ist wieder Ostersonntag. Jeder feiert dieses Fest auf seine Art, hat seine eigenen Bräuche und Traditionen. Manche Familien gehen in die Kirche, andere bemalen, verstecken und suchen Eier oder Ähnliches. Aber worauf geht Ostern eigentlich zurück? Welche Bedeutung haben die verschiedenen Tage für Christen? Welche Bräuche und Traditionen gibt es in Deutschland und in anderen Ländern? Und natürlich: Was soll man an Ostern essen?

Scroll to Top