Was unverwüstlich ist

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Jesu Geburt ... © Thomas Werk | VG Bild-Kunst Bonn, 2021

Geistlicher Impuls vor Weihnachten von Herrn Dr. Christian Heidrich

In diesem Jahr war es am 10. November so weit. Bei einem Abendspaziergang durch meinen Wohnort entdeckte ich die erste Weihnachtskrippe im Fenster eines Privathauses. Schön sah sie aus, wie maßgeschneidert, liebevoll. Noch vor einigen Jahre habe ich solche verfrühten Aktionen eher kritisch gesehen. Sie kamen mir ungeduldig vor und albern. Das Fest beginnt doch erst mit Heiligabend, mit der Christmette am späten 24. Dezember.

Mittlerweile bin ich gelassener und staune eher über das Kreative und Liebevolle, das in den Krippen, in den Lichterketten und sonstigen Schmuckstücken zum Ausdruck kommt. Na klar, da ist jede Menge Kommerz und Kitsch dabei. Zugleich aber auch die Sehnsucht nach Licht und Glanz mitten in der dunklen Jahreszeit. Die Sehnsucht nach der Urszene von Weihnachten, die verhalten, aber unverkennbar auf diesem ungewöhnlichen Weihnachtsbild zu sehen ist: ein Mann, eine Frau, ein Kind in der Krippe.

Mehr braucht man gar nicht, um WEIHNACHTEN zu erkennen. In dieser Urszene des Mensch-Seins lässt sich auch ohne einen ausgeprägten christlichen Glauben Heiliges entdecken: Denn die Liebe zwischen zwei Menschen ist heilig. Heilig ist auch die Frucht der Liebe, das Neugeborene, das in den nächsten Jahren auf die Fürsorge und Zärtlichkeit der Eltern angewiesen sein wird.

So schlicht diese Szene auch sein mag – sie scheint mir unverwüstlich, denn wir alle sind ein Teil dieses Bildes, können uns darin wiederfinden, unabhängig von Alter, Geschlecht, Weltanschauung. Unabhängig auch davon, ob wir Kind sind, Vater und Mutter, Single oder vor allem eines: auf der Suche.

Der Künstler selbst, es ist der Berliner Maler Thomas Werk, hat den christlichen Mehrwert, nur angedeutet: nicht durch Hirten und Engel, durch Weihrauch und Myrrhe, wie auf so vielen festlichen Darstellungen. Ihm genügen kleine Kreise um die Häupter der Eltern, der rote Kreis an der Krippe: Heiligenscheine also, die davon sprechen, dass es – für uns Christen – noch eine andere Dimension und Tiefe des Lebens gibt. Die Liebe zweier Menschen, die Geburt eines Lebens – sie sind mit dem göttlichen Geheimnis verbunden; mit dem Glauben, dass unser Leben nicht ein irrsinniger kosmischer Zufall ist, etwas Heiliges vielmehr, weil auch der Urgrund allen Lebens, Gott, heilig ist.

So lässt sich Weihnachten sehr unterschiedlich feiern. Es kann ein Familienfest sein, ein Fest des Glaubens, ein Fest der Freude über das Beschenkt Werden und das Verschenken Dürfen. Für manche wird es auch eine Zeit der Ratlosigkeit sein, denn auch das Jahr 2021 nach Christi Geburt war ein schwieriges, herausforderndes Jahr. Umso mehr können wir dankbar sein für alle kleinen und großen Zeichen, die davon sprechen, dass es nicht nur den Wandel gibt und nicht nur die lang andauernde Krise – sondern auch den Glanz und die Sehnsucht.

„Es sind noch Lieder zu singen jenseits des Menschen“, hält der Dichter Paul Celan fest. Schauen wir also aus nach dem Heiligen, nach dem Unverwüstlichen, das Glanz bringt in unser Leben.

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