Von Östringen nach Mâcon und zurück – Ein unvergesslicher Austausch am LGÖ

Am 27.02.26 machte sich eine Gruppe von 8.-Klässlern bzw. 9.-Klässlern in Begleitung von Frau Walkenhorst und Frau Heiduk auf den Weg nach Mâcon in Frankreich, um ihre ,Corres’ im Rahmen eines Schüleraustausches zwischen dem Leibniz Gymnasium Östringen und den Collèges ,St Exupéry’ und ,Condorcet’  zu besuchen. Mithilfe des Deutsch Französischen Jugendwerkes (DFJW), das auch den Austausch finanziell unterstützt, konnte vor drei Jahren der Kontakt zu der Deutschlehrerin Catherine Najmi hergestellt werden, die an beiden Collèges unterrichtet.

In diesem Jahr zeigte sich, dass sich die positiven Austauscherfahrungen der letzten beiden Jahre in der französischen und der deutschen Schülerschaft herumgesprochen haben, da wir diesmal jeweils eine Gruppe von 22 Schüler*innen dafür gewinnen konnten (in den vorherigen Jahren waren es 11 bzw. 14).

Bei unserer Ankunft im Bahnhof von Mâcon-Ville bereiteten uns die französische Kollegin, Mme Najmi, M. Pernaton, der Schulleiter des Collèges Condorcet, und die Gastfamilien einen herzlichen Empfang.

Für die Schüler*innen begann der Besuch gleich mit dem Wochenende, das die Gastfamilien gestalteten. Diese nutzten die Zeit mit ihrem Besuch aus Östringen für Spaziergänge und Besichtigungen in Mâcon oder für Ausflüge.

„Mit unseren Gastfamilien haben wir viele interessante Orte besucht, darunter Lyon (u.a. die Altstadt, mehrere Kirchen, die Statue von Louis XIV und die ,Place Bellecour’). Des Weiteren haben wir uns am Felsen von Solutré (Hausberg der Region, von dessen felsigem Gipfel aus man in der Ferne den Mont Blanc erahnen kann) getroffen und einen FNAC-Store (französische Buchhandlung) besichtigt. Besonders beeindruckend hat die Abtei Cluny, welche im Mittelalter (vor dem Bau des Peterdoms) die größte christliche Kirche Europas war, auf uns gewirkt.“ (Daniel)

„Des moments super ont été les activités que nous avons faites ensemble, par exemple visiter La Terrasse avec vue sur le Mont Saint-Rigaud et une cascade, jouer aux jeux ensemble à la bibliothèque et découvrir les environs de Mâcon.“ (Eva)

An 3 Tagen begleiteten die deutschen Teilnehmer*innen ihre ,Corres’ den ganzen Tag im Unterricht und konnten hier die Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Schulsystem kennen lernen.

„In Frankreich beginnt die Schule meistens gegen 8 Uhr und endet am späten Nachmittag etwa um 16:30 Uhr. In der Mittagszeit (ca. 12–13 Uhr) gibt es eine lange Essenspause. Die meisten Schüler essen in der Mensa mithilfe einer Karte oder gehen in dieser Zeit nach Hause. Es gibt Selbstbedienung und alle 15 bis 20 Minuten hört man über Lautsprecher, welche Klassenstufe an der Reihe ist.“ (Klara)

„Il y a beaucoup de différences entre le système scolaire en Allemagne et en France. Par exemple: Après la récréation  on doit attendre le professeur et on va dans la salle de classe avec lui.“ (Lily)

Nicht nur im Hinblick auf die Schule konnten unsere Schüler*innen Unterschiede feststellen,  ins Auge fielen ihnen ebenso Unterschiede im Alltag und Besonderheiten der Essensgewohnheiten:

„Deutschland und Frankreich sind Nachbarländer in Europa, trotzdem gibt es im Alltag einige Unterschiede. Ein Beispiel sind Mülleimer in der Öffentlichkeit. In Frankreich sind viele öffentliche Mülleimer oben offen oder haben eine durchsichtige Tüte. Das hängt mit Sicherheitsmaßnahmen zusammen, damit man hineinschauen kann. In Deutschland sind Mülleimer dagegen oft geschlossen oder haben einen Deckel.

Ein weiterer Unterschied ist, dass manche Menschen in Frankreich ihren Tee, Kaffee oder Kakao auch aus einer Schüssel trinken. In Deutschland ist es dagegen üblich, solche Getränke aus einer Tasse oder einem Becher zu trinken.“ (Amélie, Caro, Lea)

„Bei dem Austausch mit Mâcon hatten wir das Glück in den Genuss von vielen landestypischen Spezialitäten zu kommen. Darunter waren z.B. ,Cordon Bleu’ (Schnitzel mit Schinken-Käse-Füllung), ,Quiche’ (herzhafte, deftige Torte, meist mit Käse und Schinken), ,Tarte au sucre’ (süße Torte zu Feierlichkeiten) oder ,Bugnes’ (frittiertes Karnevalgebäck) und natürlich Crêpes, Croissants und Baguette. Außerdem gab es einen traditionellen französischen Appetitanreger, genannt ,Apéro’, bestehend aus Snacks wie Crackern, Blätterteiggebäck, Nüssen, Oliven, Käse, Tomaten und einem Gläschen Alkohol (für die Kinder Fruchtsäfte). Positiv aufgefallen ist uns, dass unsere Gastfamilien stets bemüht waren, die Mahlzeiten zusammen einzunehmen und dabei Erlebnisse aus dem (Geschäfts- /Schul-) Alltag zu teilen.“

 

 

Bei einem gemeinsamen Ausflug  mit den ,Corres’ nach Chalon sur Sâone, der Geburtsstadt des Erfinders der Fotografie, Nicéphore Niépce, erweiterten die Schüler*innen ihr kulturelles Wissen und konnten die Kathedrale Saint-Vincent und die hübschen Altstadthäuser der zweitgrößten Stadt des Burgund bewundern.

„Ein weiterer Lieblingsmoment war der Ausflug mit allen deutschen und französischen Austauschschülern sowie den Lehrerinnen in die Stadt Chalon sur Saône. Dort haben wir ein Quiz gemacht, bei dem wir berühmte Orte der Stadt besichtigt haben. Mittags machten wir ein Picknick auf dem Platz vor der Kathedrale, wo alle ihr mitgebrachtes Essen von den Gastfamilien essen konnten, bevor es später wieder mit dem Quiz weiterging. Anschließend durften alle in Kleingruppen in der ,Grande Rue’ herumlaufen und sich Souvenirs kaufen. Diese sowie andere besondere Momente haben den Aufenthalt verschönert und sind eine bleibende Erinnerung an die besondere Zeit.“ (Maria)

Die Woche im französischen Alltag verging wie im Fluge und so endete unser Aufenthalt am 05.03.26 mit einem kleinen abendlichen Abschiedsfest in der ,Cantine’ des Collèges St Exupery, zu dem auch die Schulleiterin, Mme Thiéry (Collège St Exupéry), der Schulleiter, M. Pernaton (Collège Condorcet), sowie die Gastfamilien eingeladen waren.

Alles in allem war dieser Austausch eine gewinnbringende Begegnung zwischen deutschen und französischen Jugendlichen, die nicht nur etwas über den jeweils anderen gelernt haben, sondern auch über sich selbst, indem sie sich neugierig auf ein anderes Umfeld, andere Gewohnheiten und neue Situationen eingelassen haben. Dass sie, obwohl sie Französisch noch nicht lange lernen, Wege der Kommunikation gefunden haben,  ist eine gute Erfahrung.

Auch der Gegenbesuch der französischen Freunde vom 19.04. bis zum 26.04.26 war für alle eine erfahrungsreiche Zeit, die wie im Fluge verging. Ebenso wie die deutschen Schüler*innen in Frankreich konnten unsere französischen Gäste Einblicke in das deutsche Schulsystem gewinnen, den Familienalltag ihrer ,Corres’ erleben und unsere schöne Region kennen lernen. Wir hoffen, nächstes Jahr an die schönen Erfahrungen anknüpfen zu können. Angesichts der zunehmenden Spannungen in der Welt, sind solche Austausch­begegnungen immens wichtig. Sie helfen, Vorurteile abzubauen und Toleranz zu entwickeln, und sie tragen dadurch zur Völkerver­ständigung bei – ganz im Sinne der Verfasser des Elysée-Vertrages aus dem Jahr 1963.

Wir bedanken uns herzlich bei unseren französischen Kolleginnen Mme Najmi für die Organisation und Mme Thouvenin für die Begleitung der Gruppe. Auch ein herzliches Dankeschön den beteiligten Schülerinnen und Schülern sowie deren Familien, die den Gästen eine unvergessliche Woche bereitet haben.

Für die Französischfachschaft

Antje Walkenhorst

Fotos: Mme Thouvenin und Teilnehmer des Austausches

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