- Frank Reinbold
Lange Zeit ungewiss – aber dann umso schöner: Die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse am LGÖ
Dass das Schuljahr am Leibniz-Gymnasium für den diesjährigen Abiturjahrgang ganz anders enden würde, als es in den vorherigen Jahren der Fall war, zeigte sich schon in den Wochen nach den Pfingstferien. Nur etwa ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler kam wochenweise zum Präsenzunterricht. Die Abiturientinnen und Abiturienten jedoch hatten in dieser Zeit endlich wieder einen regulären Unterricht, vorrangig in den großen Kunst- und Musikräumen. Letzte Klausuren und die Vorbereitungen auf die mündlichen Prüfungen am 20. und 21. Juli standen hier auf dem Plan und eigentlich war es allen aus der Kursstufe schon längst bewusst: Einen regulären Abiball mit über 600 geladenen Gästen, wie er sonst in der Hermann-Kimling-Halle stattfindet, wird es in diesem Jahr nicht geben. Was aber würde möglich sein? Dürfen überhaupt Zeugnisfeiern stattfinden?
Erst Anfang Juli zeichnete sich die Möglichkeit ab, kleine Feiern mit einer begrenzten Personenzahl in der Schule abzuhalten und so einigte man sich in kurzer Zeit auf ein ganz besonderes Modell: Im Lichthof des LGÖ sollen, verteilt auf zwei Tage, insgesamt sechs separate Zeugnisfeiern stattfinden, so dass jedem der sechs Kurse in der Jahrgangsstufe 2 eine eigene, kleine Abiturfeier ermöglicht werden kann. Damit konnte man hinsichtlich der erlaubten Personenzahl (max. 99) und den notwendigen Abständen zwischen allen Gästen den vorgeschriebenen Richtlinien für die Durchführung von Zeugnisfeiern Genüge leisten.
Gut drei Tage vor den Zeugnisfeiern begannen einige Abiturientinnen und Abiturienten sowie ein Technik-Team mit Unterstützung durch unseren Hausmeister Ralf Wittmer, den Lichthof festlich zu schmücken und mit einer stimmungsvollen Beleuchtung zu versehen. Eine Bildergalerie mit den Fotos aller Abiturientinnen und Abiturienten wurde aufwendig rundherum an den Geländern im 1.Stock angebracht und für die bevorstehenden Rede- und Musikbeiträge baute man zwei separate Bühnen im vorderen Teil des Lichthofs auf. Ebenso wurden Bistrotische mit ausreichend Abstand platziert, an denen jeweils immer eine Abiturientin/ein Abiturient mit zwei weiteren Begleitpersonen stehen sollte. Letzte Soundchecks und Proben für die Beiträge der Abiturklassen sowie auch das Durchspielen der Übergabe der Zeugnisse durften dann natürlich nicht fehlen, damit der zeitliche Rahmen aller Feiern und auch der reibungslose Verlauf der Programmpunkte garantiert war.
Am Donnerstag (23.7.) und Freitag (24.7.) war es dann endlich soweit: Um 16:00, 18:00 und 20:00 Uhr fanden hintereinander die insgesamt sechs feierlichen Übergaben der Abiturzeugnisse am LGÖ statt. Die eigentlich immer gleiche Abfolge war zwar im Vorfeld auf gut eine Stunde Länge geplant, doch keine der Veranstaltungen geriet deshalb wie die andere. Nach dem einleitend gezeigten, traditionellen Abifilm und der Begrüßung und Ansprache durch Frau Sauer-Ege folgte mit der Überreichung der Abiturzeugnisse sowie der Preise für besondere Leistungen in den einzelnen Fächern der wichtigste Teil für die Abiturientinnen und Abiturienten. Hier gab es gerade wegen der überschaubaren Größe der einzelnen Kurse genügend Zeit für ein paar persönliche Worte und in dem besonderen Ambiente des wunderbar ausgeleuchteten Lichthofs und dem dort ausgelegten roten Teppich kam sogleich eine festliche Stimmung auf, die den Abibällen der letzten Jahre in jeder Hinsicht ebenbürtig war. Hierzu trugen übrigens auch die vielseitigen Musikbeiträge einzelner Abiturientinnen und Abiturienten bei, welche jede Feier umrahmten und in verschiedenen Besetzungen feierlich mitgestalteten.
Sehr einfallsreich und kreativ waren dann die Beiträge von Seiten der jeweiligen Kurse. Hier verabschiedete man sich mal mit Reden durch die Kurssprecher oder auch kleinen Filmsequenzen z.B. über die Studienfahrten, mal aber auch mit eine kleinen Tanzvorführung im coronagerechten Abstand zueinander oder einer letzten GFS mit eingebauter Powerpoint-Präsentation. Herzlich bedankten sich auch alle Kurse bei ihren Tutorinnen und Tutoren und überreichten zum Abschied kleine Präsente. Der abschließende Dank durch Ben Olbert bzw. Roland Urbanski rundete dann jede der Zeugnisfeiern ab und richtete sich vor allem an diejenigen, die an der Vorbereitung und Durchführung mitgewirkt und dadurch beitragen haben, dass der diesjährige Abiturjahrgang auf eine ganz besondere Art und Weise entlassen werden konnte – ganz familiär und persönlich, ganz besonders und sicherlich für alle Beteiligten unvergesslich.
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