Schuljahr am LGÖ beginnt mit Kartoffelernte

Trotz Corona-Krise pflegte Alfons Holzinger das ganze Jahr 2020 hindurch das landwirtschaftliche Versuchsfeld, das als Gemeinschaftsprojekt mit dem Freundeskreis Ruhbenderhaus schon seit 4 Jahren durchgeführt wird. So konnte eine NWT-Klasse von Frau Birgit Sauer und Herr Dr. Thomas Barth vorige Woche die Kartoffeln ernten, die bereits am 16.04.2020 gesteckt wurden.

Beim Ausbringen der Hackfrüchte ist darauf zu achten, dass sie eine Keimtemperatur von 10 – 12°C benötigen. In der Wachstumszeit empfiehlt es sich die Pflanzen unkrautfrei zu halten und sie zum richtigen Zeitpunkt aufzuhäufeln. Die Ernte fiel trotz der sehr trockenen und heißen Witterung über den Sommer hinweg und ohne jeglichen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln überraschend gut aus. Es zeigten sich aber deutliche Unterschiede bei den einzelnen Sorten. Der klare Verlierer war die Sorte Finka, die weniger Ertrag zeigte und zusätzlich deutliche Fraßspuren von Drahtwürmern aufwies. Besser sah es bei den anderen drei Sorten aus, wobei Sieglinde und Annabelle durch sehr gesunde und große Knollen den besten Ertrag brachten, Linda hingegen kleinere Knollen hervorbrachte.

Die Drahtwürmer sind ein nicht zu unterschätzender Schädling, da den Landwirten, auch wenn sie Pflanzenschutzmittel einsetzen würden, keine wirksamen zugelassenen Mittel zur Verfügung stehen. Denn der Wirkstoff Fipronil darf seit 2015 nicht mehr gegen Drahtwurm beim Kartoffelanbau eingesetzt werden. Auf dem Speiseplan der Drahtwürmer stehen im Frühjahr zunächst die jungen Keime. Später fressen sie an den Wurzeln der Kartoffelpflanzen, und schließlich an den Kartoffelknollen selbst, die botanisch keine Auswüchse der Wurzel, sondern der unterirdischen Sprossachse darstellen. Während die Kartoffeln den Fraß an den Wurzeln oft ganz gut überstehen, fällt der Schaden an den Knollen umso gravierender aus. Die Drahtwürmer bohren mehrere Zentimeter lange Gänge in die Kartoffeln, die dadurch nicht mehr als Speise-, Veredelungs- oder Pflanzkartoffeln vermarktbar sind. Dabei fressen die Schädlinge die Kartoffeln nicht an, weil sie ihnen so gut schmecken, sondern lediglich, weil die Kartoffeln ihnen im trockenen Boden überlebenswichtiges Wasser liefern und sie so vor dem Austrocknen bewahren. Der Kartoffelkäferbefall stellte dieses Jahr kein Problem.

Nun freuen sich die Schüler und ihre Lehrer auf die Aussaat des Wintergetreides. Bis dahin und bleiben sie gesund.
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