Sechs Wochen Ferien – und plötzlich wieder Schule! Freu ich mich drauf?!? Warum der Schulstart vielleicht besser ist als sein Ruf

Artikel geschrieben von Alessandro Grub aus der 8e

Es gibt diesen einen Moment. Den, in dem man am letzten Ferienabend den Wecker stellt. Plötzlich ist da wieder diese Zahl: 6:15 Uhr. Der Rucksack steht noch halb ausgepackt in der Ecke, irgendwo fehlt garantiert ein Heft und im Klassenchat schreibt jemand: „Was haben wir eigentlich morgen?“

Sechs Wochen lang spielte Zeit keine Rolle. Jetzt bestimmt sie wieder den Tag.

Und trotzdem passiert am nächsten Morgen etwas Merkwürdiges: Kaum betritt man den Schulhof, fühlt sich Schule plötzlich wieder nach Schule an. Nicht nach Matheformeln oder Vokabeltests, sondern nach Stimmen, die man seit Wochen nicht gehört hat. Nach Freunden, die ihre besten Feriengeschichten erzählen. Nach dem ersten gemeinsamen Lachen – und nach dem Lehrer, der schon am ersten Tag verkündet: „Keine Sorge, heute machen wir noch nichts Anstrengendes.“

Ob das wirklich stimmt, sei dahingestellt.

Zurück im Schulmodus

Der Schulstart ist meistens gar nicht wegen des Unterrichts so stressig. Es sind die kleinen Dinge: der verschwundene Stundenplan, der falsche Raum oder der Moment, in dem alle ihr Material auspacken und man feststellt, dass das Matheheft noch zu Hause liegt.

Dabei können ein paar Kleinigkeiten den Start deutlich entspannter machen. Den Rucksack am Abend vorher packen. Den Stundenplan einmal anschauen. Und vielleicht nicht bis zwei Uhr nachts so tun, als wären die Ferien noch nicht vorbei.

Klingt banal – hilft aber.

Denn nach ein paar Tagen ist der Schulalltag wieder da. Man kennt die Räume, weiß, wann die nächste Pause ist, und findet sogar morgens wieder halbwegs selbstständig aus dem Bett.

Das Beste steht selten im Stundenplan.

Wenn wir in einem Jahr auf dieses Schuljahr zurückblicken, wird sich wahrscheinlich niemand an Arbeitsblatt Nummer 14 erinnern. Wir erinnern uns an andere Dinge. An das Sportfest, bei dem plötzlich die ruhigste Person der Klasse den Sprint gewinnt. An die Projektwoche, bei der aus einer zunächst ziemlich verrückten Idee plötzlich etwas richtig Gutes wird. An Klassenfahrten, Ausflüge und Aktionen. An Gespräche auf dem Flur, die eigentlich nur zwei Minuten dauern sollten und plötzlich die ganze Pause verschlingen. Und natürlich an die fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn, in denen meistens mehr gelacht wird als im gesamten Unterricht danach. Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Schule und Unterricht: Unterricht dauert 45 Minuten. Schule passiert dazwischen.

Und plötzlich ist das Abi gar nicht mehr so weit weg

Für die einen beginnt gerade ein völlig neues Kapitel, für die anderen läuft bereits der Countdown. Während die Fünftklässler noch herausfinden, welcher Raum eigentlich B2 ist, denken die Großen schon darüber nach, wie viele Klausuren bis zum Abitur noch vor ihnen liegen.

Dabei fühlt sich das Abi wahrscheinlich für jeden anders an. Für manche ist es noch weit weg, für andere steht es gefühlt schon vor der Tür. Sicher ist nur: Auch die längste Schulzeit besteht am Ende aus ganz normalen Tagen – aus Unterricht, Pausen, Klausuren, Gesprächen auf dem Flur und all den kleinen Momenten dazwischen. Und genau diese Tage sind es, die irgendwann plötzlich Vergangenheit sind.

Vielleicht stellen wir die falsche Frage

„Freu ich mich auf Schule?“ Ehrlich gesagt: Wahrscheinlich nicht jeden Morgen. Vielleicht ist die spannendere Frage deshalb eine andere: Worauf freue ich mich in der Schule? Auf Menschen, die man sonst nicht jeden Tag sehen würde. Auf gemeinsame Aktionen. Auf neue Erfahrungen. Auf die nächste Klassenfahrt, das nächste Sportfest oder einfach auf den Moment, in dem man mit Freunden über etwas lacht, das eigentlich überhaupt nicht lustig ist. Schule ist nicht jeden Tag großartig. Manchmal ist sie anstrengend, manchmal langweilig und manchmal könnte der Unterricht gefühlt nach fünf Minuten schon wieder vorbei sein. Aber zwischen all dem entstehen die Geschichten, an die man sich später erinnert. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum wir uns trotz Wecker, Hausaufgaben und Klausuren ein kleines bisschen auf das neue Schuljahr freuen können.

Also: Schule? Freu ich mich drauf?!

Vielleicht. Aber fragt mich bitte noch einmal nach der ersten Doppelstunde.

Bilder:

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