Eine gruselige Übernachtung

Artikel geschrieben von Sophie Breitner, Lilly Hardock, Lia Kretz und Leonie Müller (7A)
 „Alle waren glücklich, dass der Spuk endlich vorbei war“, mit diesen Worten beendete die Lehrerin der 7x, Frau Tulpe, ihre Gruselgeschichte, die sie an der Gruselübernachtung am Leibniz Gymnasium vorlas. Eine Weile herrschte Stille, bis die Lehrerin sagte: „Jetzt geht es aber ab ins Bett.“ 

Die Freunde Mia, Emma, Paul und Max waren von der Geschichte so begeistert, dass sie am liebsten selbst ein ebenso spannendes Abenteuer wie die vier Freunde aus der Erzählung erleben wollten.

Die Vier wollten gerade ihre Augen schließen, als Emma augenzwinkernd wisperte: „Ich muss auf die Toilette, ich hatte wohl zu viel Limo.“

Die beiden Mädchen fragten Frau Tulpe, ob sie auf die Toilette durften. Darauf antwortete Frau Tulpe: „Ja, natürlich. Aber geistert nicht zu lange durchs Schulhaus. Ich werde jetzt auch schlafen gehen.“ Die Mädchen zwinkerten den Jungs noch einmal zu und gingen aus der Tür in Richtung Lehrerzimmer. Nachdem sich Max und Paul sicher waren, dass die anderen schliefen, schlichen sie Mia und Emma hinterher.

Langsam öffneten die beiden Jungen die Tür des Lehrerzimmers. Ein schmaler Lichtspalt fiel in den ansonsten dunklen Raum. Überall war es ordentlich: Die Stühle waren hochgestellt und die Tische sauber. Schnell huschten die Jungen ins Zimmer und schlossen die Tür.

Mia und Emma erschraken. Mia flüsterte Emma ins Ohr: „Hoffentlich ist das kein Lehrer! Wir müssen schnell hier weg!“

Sie flitzten durch den zweiten Ausgang des Lehrerzimmers in Richtung der Bioräume. Völlig außer Atem blieben sie vor einem der Bioräume stehen und blickten nach oben zum Lehrerzimmer, um nach der ungebetenen Person Ausschau zu halten. Plötzlich tauchten zwei Gestalten hinter ihnen auf. Die Gestalten konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und stießen mit Mia und Emma zusammen. Alle vier landeten auf dem Boden.

Als sie sich wieder aufrappelten, erkannten die Mädchen, dass es Paul und Max waren, mit denen sie zusammengestoßen waren. Da ging ihnen ein Licht auf: Die beiden Jungen waren es gewesen, die sie im Lehrerzimmer so erschreckt hatten.

Da hörten sie plötzlich aus dem zweiten Biologieraum angsteinflößende Musik, die durch die leicht geöffnete Tür nach draußen drang. Neugierig warfen sie einen kurzen Blick hinein. Doch was war das?! Sie sahen, wie eine Gestalt in altmodischer Kleidung und mit einem riesigen Berg voller Locken auf dem Kopf langsam durch die zweite Tür glitt. Tatsächlich glich sie Gottfried Willhelm Leibniz bis aufs Haar.

Auf einmal fiel das Mondlicht auf die bloße Hand der Gestalt und da erkannten sie, dass diese nur aus Knochen bestand.  Genau in diesem Moment schlug die Uhr Mitternacht. Entsetzt wichen sie von der Tür zurück. War das etwa der Geist von Leibniz?

Da erinnerten sie sich an die Geschichte, die ihnen einmal ein Oberstufenschüler erzählt hatte: Man sagte, dass der Geist des Mathematikers noch immer durch die Schule spuken sollte. Die vier Freunde sahen sich ängstlich an, doch dann waren sie sich schnell einig, dass sie dem mysteriösen Geheimnis auf den Grund gehen wollten.

Daraufhin schlichen sie dem Skelett hinterher. Während ihrer Verfolgungsjagd quer durchs Schulhaus rief Paul auf einmal: „Achtung, da liegt ein Auge!“ Doch es war zu spät und es sah aus, als würde Blut aus dem Auge laufen. „Ihhh, das ist aber eklig“, erwiderte Max.

„Och nö, jetzt ist es weg!“, sagte Emma enttäuscht.

Da es keinen Sinn machte, weiterzusuchen, liefen sie zurück ins Klassenzimmer. Als sie gerade die Treppe aus dem Keller hinaufgehen wollten, hörten sie plötzlich ein Klopfen. Das Geräusch erinnerte sie an das SOS-Notsignal. „Ist das etwa der Geist?“, fragte Mia erschrocken.

Auf leisen Sohlen schlichen sie zurück in Richtung Bücherkeller. Je näher sie kamen, desto lauter wurde das Geräusch. Plötzlich ertönte ein gedämpfter Ruf: „HILFEEEEE!“

Ein Kalter Schauer lief ihnen den Rücken hinunter. Emma schniefte: „Will uns etwa Leibniz` Geist in eine Falle locken?“ Daraufhin stotterte Paul ängstlich: „A-Aber es gibt doch eigentlich k-keine G-Geister, o-oder?“ Vorsichtig näherten sie sich einer Tür. Es schien so, als käme der Ruf von dort. Doch etwas war merkwürdig: Der Schlüssel steckte von außen im Schloss! Wie konnte das Skelet an diesen Schlüssel gekommen sein? Oder hatte es sich etwa selbst eingeschlossen, nur um anschließend um Hilfe zu rufen? Oder war das Ganze doch eine Falle? Diese Fragen stellten sich die vier Freunde.

Da Mia nicht an Geister glaubte, steuerte sie zielstrebig auf die Tür zu. Sie drehte den Schlüssel einmal um. Es machte Klick und Klack. Die Tür öffnete sich langsam und zum Vorschein kam…

…Her Strauch, der Biologielehrer!

„Was machen Sie denn hier?“, fragte Max. „Und vor allem zu so später Stunde!“, fügte Paul hinzu. Daraufhin erwiderte Herr Strauch: „Ich musste noch etwas erledigen.“

Plötzlich schrie Emma mit piepsiger Stimme: „Achtung! Hinter Ihnen ist Leibniz` Geist!“ Da drehte sich der Lehrer um und begann laut loszulachen. „Ach, das! Das ist doch nur das Skelett aus dem Bio-Raum. Die Abiturienten haben es so verkleidet, dass es aussieht wie Leibniz. Dafür haben sie die Sachen aus der Verkleidungskiste hier im Keller benutzt. Ich habe das Skelet hier heruntergebracht, damit die Sachen endlich wieder an ihren Platz zurückkommen. Dabei habe ich meine Lieblingsmusik gehört, die mich so abgelenkt hat, dass die Kellertür zugefallen ist“, lachte Herr Strauch.

„Und was ist mit dem Auge?“, wunderte sich Mia. Da der Biolehrer keinen blassen Schimmer hatte, welches Auge die Kinder meinten, erklärte Mia ihm, dass Max vorhin auf das Auge getreten war, das auf der Treppe zum Keller gelegen hatte. Und wieder fing der Lehrer an zu lachen, denn er hatte lediglich seine Lieblingssüßigkeit verloren, die er besonders gern zu Halloween aß.

„Und noch eine allerletzte Frage: Wieso kamen sie nicht mehr aus dem Raum heraus?“, wollte Paul wissen. Daraufhin sagte Herr Strauch, dass es sich um eine Brandschutztür handelte, die sich nur von außen öffnen ließ. Auf einmal hörten sie wieder Schritte auf der Kellertreppe und ein Schatten näherte sich schnell. Bevor sie reagieren konnten, stand plötzlich eine sehr wütende Frau Tulpe vor ihnen.

„Ich dachte, ihr wolltet nur kurz zur Toilette! Und was macht ihr hier, Paul und Max?“, regte sie sich auf. Die Kinder entschuldigten sich bei der aufgebrachten Frau Tulpe und erklärten ihr gemeinsam mit dem Lehrer, was passiert war. Nachdem sie ihre Geschichte beendet hatten, hatten sich die Gesichtszüge von Frau Tulpe wieder etwas entspannt. Gemeinsam gingen sie hoch, wo sie sich von Herrn Strauch verabschiedeten. Danach legten sich alle schlafen.

Am nächsten Morgen kam während des Frühstücks Herr Strauch vorbei und brachte Leibniz-Kekse und Kakao als Dankeschön für die Rettung mit. Alle bedienten sich, außer den vier Freunden. Dankend lehnten sie ab: „Wir haben erst mal genug von Leibniz!“ Und alle brachen in fröhliches Gelächter aus.

Am Abend, als sich keine Menschenseele mehr im Schulgebäude befand, begann sich plötzlich der Aufzug immer wieder auf und ab zu bewegen.  Nach dem zwölften Mal schlug die Kirchturmuhr Mitternacht. Doch warum…?

…Fortsetzung folgt…

Happy Halloween!

 

 

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