Aussaat des Sommergetreides auf dem Landwirtschaftlichen Versuchsfeld des LGÖ und dem Freundeskreis Ruhbenderhaus

Trotz Corona trafen sich am 10. März ein Teil der NwT-Klasse 10a von Frau Birgit Sauer freiwillig mit Alfons Holzinger zur Aussaat des Sommergetreides Gerste und Hafer auf dem landwirtschaftlichen Versuchsfeld.

Alfons Holzinger hatte den Acker bereits vorbereitet und der Boden war dank der guten Witterung oberflächlich leicht abgetrocknet. Die Aussaat von Hafer und Gerste sollten so früh wie möglich erfolgen – bereits Anfang März – erklärte Alfons den Schülern, da je früher die Saat, desto optimaler das Pflanzenwachstum.

Hafer hat jedoch unter allen Getreidearten mit Abstand die höchsten Ansprüche an die Wasserversorgung. Während des Schossens
reagiert Hafer auf Wassermangel mit verminderter Bestandsdichte und reduzierter Kornanzahl. Wegen der trockenen Witterung nach der Aussaat musste Alfons den Hafer so auch einmal nachsähen.

Hafer ist neben Dinkel aktuell die Gewinnerkultur unter den Getreidearten. Im Anbaujahr 2020 hat sich der jahrelange Flächenrückgang umgekehrt: Gegenüber 2019 stieg der Anbau um über 20 % auf knapp 156.000 ha! Der Anteil an ökologischer Produktion in Süddeutschland liegt bei ca. 30 % und damit deutlich höher als bei anderen Getreidearten.

Hafer wurde im landwirtschaftlichen Betrieb vorwiegend als Futtermittel verwertet, gewinnt jedoch als Marktfrucht, durch die steigende Nachfrage wegen veränderter Ernährungsgewohnheiten (z.B. Porridge, Haferdrinks), stetig an Bedeutung.

Gerste dient zum großen Teil der menschlichen Ernährung, wobei vor allem die Braugerste zur Bierherstellung genannt werden muss. In nicht gemälzter Form wird Gerste zu Grütze oder Graupen verarbeitet und gelegentlich auch zu Mehl gemahlen. Speziell für die menschliche Ernährung gezüchtete Gerste mit höherem Gehalt an Beta-Glucan wird als Korn, als Flocken oder verarbeitet zu Mehl angeboten. Daraus werden auch Gerstenbrote hergestellt.

Nach der Aussaat brachte Alfons Holzinger auf dem hinteren Teil des Versuchsfeldes Mineraldünger aus (2,5 kg/a).

Die letzte Aktion auf unserem landwirtschaftlichen Versuchsfeld – dieses Mal im Rahmen des Präsenzunterrichts der A-Gruppe der 10a- war das Stecken der Kartoffeln am 29. April. Als Sorten wählten wir die Blaue Anneliese, Heiderot, Sieglinde, Gunda und LunaRossa.

Wir hoffen auf gute Erträge und würden uns freuen, wenn sie bei ihren Spaziergängen einen Umweg einlegten und sich das Gemeinschaftsprojekt des Ruhbenderhauses und des Leibniz-Gymnasiums anschauen würden. Alle Feldfrüchte sind mit Infotafeln versehen.

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