Exkursion des Neigungskurses EK des LGÖ zum Zementwerk der Heidelberg Zement AG

Brücken, Hochhäuser, Abwassersysteme, Gehwege und Kindergärten. Nichts ist möglich ohne Beton. Beton ist der Werkstoff, der aus dem Repertoire der aktuellen Baustoffe nicht mehr wegzudenken ist. Erst durch ihn lassen sich architektonische Ideen und Entwürfe nachhaltig in die Realität umsetzten. Denn unser modernes Leben stellt hohe Ansprüche an Ästhetik, Funktionalität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit und diese Einzelposten gilt es auf einen Nenner zu bringen. Um die Herstellung des wichtigsten Bestandteils von Beton in der Praxis miterleben zu können, unternahmen wir – der Neigungskurs EK des LGÖ – mit unserem Fachlehrer Dr. Thomas Barth, eine Exkursion zum Zementwerk der Heidelberg Cement AG nach Leimen. Die Führung begann in einem kleinen Nebengebäude, wo wir von Herrn Rainer Barth, verantwortlich für die Umsetzung des Programmes KIS (Kooperation Industrie und Schule) unseres Bildungspartner, einen detaillierten Überblick in die einzelnen Stationen der Zementherstellung bekamen. Bevor wir jedoch die einzelnen verfahrenstechnischen Einrichtungen besichtigen durften, wurden wir noch mit Helm, Schutzbrille und Warnweste ausgestattet. Sicherheit ist oberstes Gebot. Die erste Station im Werk war das Schotterrundlager. Hier kommt der Muschelkalk, welcher im nahe gelegenen Steinbruch in Nußloch abgebaut und im Brecher zerkleinert wurde über eine Seilbahn in Gondeln im Werk an. Da homogenes Ausgangsmaterial benötigt wird, um ein einwandfreies und immer gleichen Qualitätsansprüchen genügendes Produkt zu gewährleisten, werden die ankommenden Gesteinsmassen vollautomatisch durchgemischt bzw. homogenisiert. Bei der nächsten Station wird der Kalkstein durch Mahlen und Trocknen zu Rohmehl verarbeitet und anschließend in Rohmehlsilos gelagert. Nun wird das Material im Zyklonvorwärmer erhitzt und entsäuert und in den Drehrohrofen eingeleitet. In der so genannten Sinterzone erreicht das Brenngut Temperaturen von etwa 1.450 °C; die Gastemperatur beträgt bis zu 2.000 °C. Hier entsteht der Zementklinker. Im letzten Produktionsabschnitt wird der Zementklinker zu feinem Zement gemahlen; gegebenenfalls werden für Spezialzemente noch Stoffe zugesetzt. Der fertige Zement geht hauptsächlich an Großabnehmer, nur ein geringer Anteil wird in Säcken in Baumärkten an Privatleute verkauft. In der Schaltzentrale des Werkes, in welcher die gesamte Anlage gesteuert und überwacht wird, wurde der intrasektorale Strukturwandel deutlich. Arbeiten, für die früher dutzende Arbeiter gebraucht wurden, werden heute von ein oder zwei Personen am Computer erledigt.

Der Dank des gesamten Kurses geht an unseren Bildungspartner HDCement, der uns diese einmalige und beeindruckende Gelegenheit bot, eine solche Anlage aus nächster Nähe zu erleben.

Franco Ceraneo

About "Franco Ceraneo"