Bildungspartnerschaft zwischen dem LGÖ und dem Freundeskreis Heimatmuseum/Ruhbenderhaus

Vertiefung der Bildungspartnerschaft zwischen dem Leibniz-Gymnasium Östringen und dem Freundeskreis Heimatmuseum und Ruhbenderhaus

Bereits seit Jahren organisieren das LGÖ und das Team des Freundeskreises Ruhbenderhaus gemeinsame Aktionen und Projekte für die Schüler des LGÖ. Im vergangenen Oktober machte sogar das Lehrerkollegium Halt und genoss bei Thalsbachwein und Bioapfelschorle die urige Atmosphäre der 300 Jahre alten Fränkischen Hofreite am Leiberg. Das alljährliche Apfelsaftpressen kennen die Achtklässler des LGÖ bereits aus ihrer Kindergarten- bzw. Grundschulzeit, so wie auch die beliebten Führungen durch das Anwesen von den Mitgliedern des Freundeskreises.

Aus pädagogischer Sicht hatten diese Aktionen, trotz ihrer empathischen und professionellen Umsetzung jedoch immer einen eher allgemeinen und spontanen Charakter. Dies änderte sich durch unsere Zusammenarbeit im Rahmen der Facharbeiten im Fach NwT seit 2016. Wir bedienten uns nun noch intensiver des Konzeptes des lebendigen Museums, des Museums zum Anfassen, knüpften aber direkt an die schulische Veranstaltung und die Lehrpläne an. Begonnen wurde mit solch interessanten Projekten wie die Herstellung von Bioethanol aus Apfelsaft, die Verarbeitung von Rohmilch und die Verhüttung von Eisen in einem Rennofen, bei der die gewonnene Luppe (Roheisen) in der alten Schmiede in Östringen von Wolfgang Lörz geschmiedet wurde. Die Schüler brachten die Theorie und der Freundeskreis sorgte für die historische Infrastruktur.

Eine weitere Verstetigung und Professionalisierung erfuhr unsere Kooperation im Rahmen des agrarökologischen Projektes, das dieses Jahr wieder auf der Heuern, vis á vis des Altersheimes, zu besichtigen ist. Einen solchen Schulgarten mit acht Getreidesorten, Kartoffeln, Sonnenblumen und Kürbissen findet man nicht überall. Dafür ist federführend Alfons Holzinger ein großes Dankeschön geschuldet, denn ohne ihn wäre dieses Projekt nicht das was es ist. Landwirtschaft erleben aus erster Hand.

Dem nächsten Schritt zur Konsolidierung und Professionalisierung unserer Zusammenarbeit nahmen sich die Lehrerinnen Susanne Christ und Anja Neumann an und erarbeiteten ein umfassendes und fundiertes pädagogisches Konzept für das Ruhbenderhaus. Vorgesehen sind verschiedene Module, die vor Ort Unterrichtsgänge mit Schülern ermöglichen. Natürlich mit altersgerecht ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien wie Arbeitsblättern. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen die Unterrichtsgänge „Vom Korn zum Mehl“, „Vom Handpflug zur landwirtschaftlichen High-Tech-Maschine“ und „Selbst ist der Bauer“ vor.

Dieses Angebot wird ergänzt durch die naturkundlich Sammlung im Heimatmuseum (Altes Rathaus) vom ehemaligen Geographielehrer Wolfgang Essig. Seine Sammlung wird in 8 Vitrinen präsentiert und ist nach vier Themenschwerpunkten geordnet. Mit Arbeitsblättern für unterschiedliche Klassenstufen und durch die Exponate, Abbildungen und Texte ist diese Ausstellung selbsterklärend.

Somit bietet das Heimatmuseum Östringen in Verbindung mit dem Ruhbenderhaus, wie es Wolfgang Essig treffend formuliert, sowohl durch seine naturkundliche Sammlung als auch durch die Vielfalt seiner kulturellen Ausstellungen und überlieferten bäuerlichen und handwerklichen Arbeitsmethoden wertvolle Ansatzpunkte für einen lebendigen Unterricht. Geographische und naturwissenschaftliche Perspektiven werden dabei genauso bedient, wie historisch/gesellschaftliche Fragestellungen. Die Kompetenzen „eigenständig und mit anderen zusammenarbeiten, kommunizieren und präsentieren, Fragen stellen, reflektieren und bewerten, erkennen und verstehen sowie handeln und umsetzen“, können dank unserer Kooperation am außerschulischen Lernort „Museum“ auf eine ganz eigene Art erworben werden.

Vielen herzlichen Dank an das Team Ruhbenderhaus und Heimatmuseum; im Besonderen Maße an Gerold Buchmüller, Alfons Holzinger, Manfred Huber, Walter Rothermel und Wolfgang Essig.

drthbarth

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