Leibniz-Gymnasium Östringen – 50 Jahre Gemeinschaft und Vielfalt

Wie feiert man 50 Jahre LGÖ? Die Antwort von Schulleitung und Organisationsteam begeisterte die zahlreichen Festgäste, die anlässlich der Festgala an ihre derzeitige oder ehemalige Wirkungsstätte gekommen waren, aber auch die Gratulanten, die ihrer Freude über eine Erfolgsgeschichte wie die des LGÖ Ausdruck verliehen.

Mit kurzweiligen Moderationen banden Roland Urbanski und Frank Reinbold die Beiträge zu einem bunten Strauß passend zu dem Gebinde, das die Rednertribüne zierte.
Schulleiterin Ulrike Sauer-Ege gab in ihrer Begrüßungsrede ihrer Freude darüber Ausdruck, dass nicht nur ihr Vorgänger im Amt, Dieter Brunnemer, sondern auch Leonhard Dörfer, stellvertretender Schulleiter in den Anfangsjahren, zu diesem Geburtstagsfest gekommen waren.
Dass sich aus den „wilden 68ern“ eine der größten Schulen des Landes entwickelt hat, betrachtete Stefanie Wally, zuständige Referentin im Regierungspräsidium, als Beweis dafür, dass die kühne Forderung des damaligen Bürgermeisters Kimling, ein Gymnasium in Östringen einzurichten, viel Weitblick bewies.

Darauf hob auch Volker Schebesta, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport ab, da durch diese politische Entscheidung höhere Bildungsabschlüsse „in die Fläche“ getragen wurden. Schebesta brachte als besonderes Geburtstagsgeschenk die Zertifizierung des LGÖ als Partnerschule des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar mit, die die Schulleiterin sowie die Leistungssportkoordinatorin Steffi Busch stolz entgegennahmen. Damit wird den Leistungssportlern der umliegenden Profivereine sowie allen Kaderathleten ermöglicht, trotz hoher Trainingszeiten das Gymnasium zu besuchen.

Für die hochkarätigen musikalischen Beiträge bot das LGÖ die Bundespreisträger „Jugend musiziert“ Hannah Schwarz, Tim Bruckert sowie Daniel Hohm auf.
Akrobatik und turnerische Elemente zeigten talentierte Sportlerinnen und Sportler mit viel Dynamik und effektvoll in Szene gesetzt durch Schwarzlicht, unter der Leitung von Dorothee Essig.

Kai Müller, Lehrer am LGÖ verstand es, 50 Jahre in 500 Sekunden mit Fotos aus der Anfangszeit, den verschiedenen Bauphasen sowie den unterschiedlichen Unterrichtsorten in Östringen kurzweilig darzustellen.

Der Theater-AG um Lothar Schumann gelang es, jede Menge Wünsche fürs zukünftige LGÖ in den Sketch „Der Lottogewinner“ einzubauen.

Nach einer Pause griff Östringens Bürgermeister Felix Geider Herrn Müllers Rückblick auf die Entwicklung des Leibniz Gymnasiums auf, um Ausblicke auf die Zukunft des Schulzentrums zu geben: In den kommenden Jahren soll der Schulhof nach den Ideen eines Architekturwettbewerbes umgestaltet werden. Dabei soll ein neues Gebäude entstehen, das Stadtbücherei, Schulräumlichkeiten und ein Bistro beherbergt. In Richtung der anwesenden Politiker sprach sich Herr Geider für eine Flexibilisierung der Schulbauförderung aus, um solche Projekte leichter umsetzen zu können. Konkrete Veränderungen kündigte er für das nächste Jahr an, wenn die Teppiche und die sanitären Anlagen erneuert werden sollen.

Dass aus kleinen Bewegungen große Veränderungen hervorgehen können, dass man an sich glauben und für seine Ziele kämpfen soll, besang Lara Bechtold in dem Lied „Fight song“ von Rachel Platten, das sie selbstbewusst und mit klarer, kraftvoller Stimme vortrug. Begleitet wurde sie dabei von Tim Brucker (Cajon) und Frank Reinbold (Klavier).

Die nun folgende Festrede wurde von Herrn Dr. Christian Heß, dem Leiter des Priesterseminars in Freiburg, vorgetragen. Als ehemaliger Schüler des Leibniz Gymnasiums, der in Kronau aufgewachsen ist und 1995 sein Abitur am LGÖ abgelegt hat, machte er auf seine besondere Beziehung zum LGÖ aufmerksam. So begann er seine Rede, indem er zunächst auf unterhaltsame Weise seine Erfahrungen mit verschiedenen Persönlichkeiten schilderte, die ihn während seiner Schulzeit geprägt haben. Die Arbeit der Lehrer würdigte Herr Dr. Heß, indem er den Namensgeber der Schule, Gottfried Wilhelm Leibniz, zitierte: „Wer seine Schüler das ABC gelehrt, hat eine größere Tat vollbracht, als der Feldherr, der eine Schlacht geschlagen hat.“ Die Vielseitigkeit des Universalgenies und seine Bedeutung für unser heutiges Menschenbild, hob Herr Dr. Heß ebenfalls hervor.

Verbundenheit zu ihrer Schule, die sie erst vor Kurzem mit dem Abitur verlassen haben, zeigten auch Dominik Burger und Rafael Hirsch. Mit der einfühlsamen Interpretation von Felix Mendelssohn-Bartholdys „Lied ohne Worte“ für Cello und Klavier leiteten sie zu den Schlussworten des stellvertretenden Schulleiters Ben Olbert über. Dieser lobte die Zusammenarbeit zwischen Schülern, Eltern und Lehrern, die Ausdruck der guten Schulgemeinschaft sei.
Erfreut zeigte er sich über die Kreativität und Vielfalt der Schülertalente, die die Jubiläumsfeier mit einem abwechslungsreichen Programm begleitet haben und zum Gelingen des Abends beigetragen haben.

Mit zwei Jazzstandards von Duke Ellington und Bart Howard, vorgetragen durch die eigens für diesen Abend neu formierte Lehrer-, Schülerband „Five for two“, klang der Abend schließlich aus. Carolin Antonis heller Sopran wurde von Philip Fahrner (E-Bass), Moritz Wahl (Posaune), Frank Reinbold (Klavier) und Tim Brucker (Schlagzeug) untermalt. Zahlreiche Gäste ließen es sich nicht nehmen, im Anschluss noch bei einem gemütlichen Beisammensein und Gedankenaustausch zu verweilen.

Petra Fischer, Antje Walkenhorst

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