Europa als Garant für den Frieden

Im Bundestag hat der französische Präsident Emanuel Macron in seiner Rede zum Volkstrauertag eindringlich für die europäische Zusammenarbeit geworben, und in dieselbe Richtung zielte die diesjährige Postkarte des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge: vor einem Soldatenfriedhof mit seinen vielen Kreuzen steht ein einfaches „Darum Europa!“.

Die Schülerinnen und Schüler des Geschichts-Neigungskurses der Jahrgangsstufe 12 am Leibniz-Gymnasium hatten sich von dieser Karte zu ihrem Beitrag anregen lassen. Am Ende stand das Bekenntnis zu Europa, so schwierig sich die europäische Zusammenarbeit zur Zeit auch gestalte.

Ausgegangen waren die Schüler von einem Kriegstagebuch: Gustav Wolf, jüdischer Mitbürger aus Östringen, hatte 1915 auf dem Verwundetentransport notiert: „Wenn ich vom Krieg erzähle fühle ich mich durch Gnade als Überlebender. Und als Sprecher für die Toten“ und vorher schonungslos das Grauen an der Front geschildert. Um der Opfer dieses Kriegs zu gedenken, hatte der Volksbund dann im Jahr 1919 ein erstes Mal zu einem Gedenktag aufgerufen – ganz im Sinne Wolfs. Dass dieser Gedenktag schleichend mehr und mehr der Heroisierung diente, bis er im Nationalsozialismus zum „Heldengedenktag“ umfunktioniert wurde, zeichneten die Schüler deutlich nach. Sie illustrierten den Vortrag mit Hinweisen auf die Gestaltung der Kriegerdenkmäler aus der Zwischenkriegszeit. Im weiteren Verlauf zeigten sie anhand der Ehrenmale, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, dass hier nun die Trauer um die vielen Opfer aus den umliegenden Ortschaften im Fokus stand, deren Würde es durch dieses Gedenken zu bewahren gelte. Die Schülerinnen und Schüler warnten dabei eindringlich davor, dieses Gedenken – wie im Nationalsozialismus geschehen – als Legitimation und Propaganda für einen ungerechtfertigten Krieg zu missbrauchen. „Denn auch wenn die Soldaten sinnlos gestorben sind, müssen wir ihrer wegen ihrer Menschenwürde gedenken. Ihrer darf nicht als Helden gedacht werden, sondern als Menschen“, forderten die Jugendlichen. Dass sich der Fokus des Gedenkens im Verlauf der 70-jährigen Geschichte der Bundesrepublik in Richtung Mahnung und Aufruf zu Frieden und Zusammenarbeit in Europa hin verschoben habe, zeichneten die Schüler im letzten Teil ihres Beitrags nach. Sie wiesen dabei darauf hin, dass die Gründung der Europäischen Union in ihren Anfängen vor allem durch den Willen motiviert war, in Zukunft solche Kriege in Europa zu verhindern. Wie es auf der Postkarte steht: Darum Europa!

(S. Christ)

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